Ende

Written by Sylwester Kras on March 10th, 2010

Nach knappen 5 Monaten ist unsere Südamerikareise beendet. Diese Zeit erlaubte es uns einige Regionen des Kontinents sehr genau kennenzulernen andere wiederum nur oberflächlich oder gar nicht. Insgesamt besuchten wir Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay, Chile, Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien – somit neun Länder des 17.8 Mio. km² großen Kontinents. Den erheblichen Teil der Strecke von etwa 17.000 km legten wir mit Bussen zurück und investierten hierfür mehrere hundert Stunden Fahrzeit. Aus Bequemlichkeit unternahmen wir in der Zeit zusätzlich drei Flüge mit einer weiteren Länge von etwa 3.000 km. Unsere gewählte Route zwang uns Landesgrenzen teilweise mehrfach zu passieren und bescherte uns in den Reisepässen jeweils 36 Grenzstempel, was einem halb gestempelten Pass entspricht. Wir bereisten zahlreiche Klimazonen und passierten verschiedene Jahreszeiten vom rauen und kalten Klima auf Feuerland und Patagonien mit Pinguinen und Seeelefanten über die kühlen Hochebenen der Anden wo wir uns auf Höhen von bis zu 5.000 Metern aufhielten, über gemäßigtes Klima welches an nie endenden Frühling erinnert, über extreme Trockenheit in der Atacamawüste, über die durch die Regenzeit geplagten Landschaften von Peru und Bolivien bis hin zu tropischem Klima in Kolumbien. So vielfältig wie das Klima und Wetter war, war auch der Inhalt unserer Rucksäcke. Diese garantierten uns in jeder Lage passende Kleidung und Ausrüstung. Sowohl für die Wanderung mit Zelt im kalten Patagonien oder die eisige Bootsfahrt am südlichsten Ende der Welt wie auch für die Tropen und den Badeurlaub an der Karibik waren wir immer bestens gerüstet.

Während der Reise versuchten wir einen Kompromiss zwischen der Anzahl besuchter Orte und dem Verweilen an einem Ort zu finden. Das Besichtigen von vielen Sehenswürdigkeiten und besonderen Orten ist ebenso interessant wie das Verweilen an einem Ort um die dortigen Menschen kennenzulernen und die sozialen Gefüge ein Stück weit zu verstehen. Wir lernten neue Orte und Einheimische kennen und versuchten ein wenig ihr Leben zu verstehen. Andere Backpacker waren oft eine unverzichtbare Informationsquelle um aktuelle Einschätzungen über die Passierbarkeit von Routen und die Sicherheitslage an bestimmten Orten zu erhalten. Faszinierend war der Austausch mit anderen Reisenden auch daher, dass man über die abenteuerlichsten Reiseprojekte gehört hat. Besonders im Gedächtnis hängen geblieben ist uns beispielsweise das deutsche Pärchen, welches wir in Argentinien getroffen haben. Die beiden befinden sich nun nach Abzug kurzer Pausen das elfte Jahr auf einer Weltreise. Von einem besonders ehrgeizigen Projekt haben wir am Ende der Welt in Ushuaia gehört. Wir lernten zwei junge Belgier kennen, die von hieraus mit ihren Fahrrädern und Zelten innerhalb von zehn Monaten über die Anden bis nach Ecuador fahren wollten. Auch stark missglückte Projekte wurden uns vorgetragen, wie der jetzt schon einige Jahre zurückliegende Versuch mit vier Personen zu Fuß das Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien zu passieren. Alle vier wurden von der hier aktiven Farc Guerilla gefangen und sechs Wochen durch den Dschungel geschleppt. In einer spektakulären hubschraubergestützten Befreiungsaktion des kolumbianischen Militärs gelang es leider nur zwei der Geiseln zu befreien. Die anderen zwei wurden durch die Guerilla hingerichtet.

Am meisten fasziniert hat uns sicherlich die Vielfalt des Kontinents und seiner Bevölkerung. Jedes Land unterscheidet sich durch seine Landschaften und Menschen sehr stark von den anderen und ist auf seine Art sehr individuell. Passiert man eine Grenze merkt man sehr schnell, dass vieles anders ist und einen wieder ganz neue Erfahrungen erwarten. Welcher Fleck uns auf der Reise am besten gefallen hat lässt sich nicht eindeutig sagen. Was man sagen kann, ist dass uns Argentinien durch das große Abwechslungsreichtum sehr beeindruckt hat. Der Norden, welcher starke Einflüsse des Nachbarlandes Bolivien hat und voller bunt gekleideter Menschen ist unterscheidet sich extrem von der fast menschenleeren Pampa in denen es mehr Rinder als Menschen gibt. Der argentinische Teil Patagoniens mit der Vielzahl von Pinguinen und Waalen bildet hierzu wieder einen extremen Gegenpol, während die Gletscherlandschaften am Nationalpark Los Glaciares, bei deren Anblick man sich in die Eiszeit zurückversetzt fühlt, der Abwechslung die Krone aufsetzt. Nicht unerwähnt darf bei dieser Aufzählung die südlichste Spitze Argentiniens sein, die als Feuerland bezeichnet wird. Fährt man hier durch, so ändert sich die Landschaft im Stundentakt. Vorbei an versteinerten Wäldern erreicht man kurz vor dem Ende der Welt eine verschneite Berglandschaft. Eine zweite Region, welche uns außerordentlich gefallen hat ist Kolumbien. Das Land zeichnet sich durch die außerordentlich freundlichen und lebensbejahenden Menschen aus. Hier findet man das, für das Südamerika in Europa bekannt ist. Die Straßen sind gefüllt mit bunt gekleideten Menschen, die in jeder Lebenslage sich ihren Lebens erfreuen und zu Salsa-Rhythmen ihr Dasein genießen.

Wie erwartet mussten wir eine große Portion Energie investieren um die angedachte Route innerhalb von 5 Monaten zu meistern. Die ersten drei Monate ließen keine Zeit für Entspannung. jeder Tag begann früh und war voll gefüllt. Abends fielen wir oft sehr müde ins Bett. Insgesamt lässt sich sagen, dass unsere Reise nicht hätte besser laufen können! Wir erreichten alle gesteckten Ziele und kamen wohl entspannt und unversehrt zurück. Jederzeit würden wir ein ähnliches Projekt in Angriff nehmen. Für uns steht fest, dass es nicht die letzte Reise dieser Art war. Vielleicht sollte die nächste jedoch etwas länger sein :-)

 

Medellín und die Kaffeeregion / Kolumbien

Written by Sylwester Kras on February 26th, 2010

Von dem prächtig kolonialen Cartagena fuhren wir mit dem Bus zuerst in die Großstadt Medellín um am kommenden Tag in die 6 Stunden entfernte Kaffeeregion bei Pereira zu fahren. Hier kamen wir für zwei Nächte in der sehr ansprechenden Finka Villa Santa Maria unter. Wir nutzten die Zeit um zu entspannen und die umliegenden Kaffee- und Bananenplantagen zu bestaunen.

In dieser Region wachsen in etwa 10% des weltweit produzierten Kaffees auf Höhenlagen zwischen 1.000 und 1.800 Metern. Die gesetzten Kaffeepflanzen sind nach vier Jahren ausgereift und tragen dann das erste Mal weiße Blüten. Erst nach neun Monaten verwandelt sich die Blüte in die rote und reife Frucht. Die Familien pflücken die Früchte und entfernen durch Pressen die äußere Schale und das Fruchtfleisch. In jeder Frucht finden sich zwei Kaffeebohnen die selbst weiß sind und zudem mit einem weißen schmierigen Film umgeben sind. Dieser Film wird im folgenden Fermentierungsprozess zersetzt. Im Anschluss werden die Bohnen gründlich gewaschen und in die Sonne zum trocknen aufgestellt. Die trockenen Bohnen werden nun in die klassischen 62,5 kg Säcke verpackt und an die Verkaufsstellen gebracht. Die Röstung erfolgt in der Regel erst am Bestimmungsort des Kaffees.

Kaffestrauch

Kaffestrauch

Kaffeeregion

Kaffeeregion

Finka Villa Santa Maria

Finka Villa Santa Maria

Pool an der Finka Villa Santa Maria

Pool an der Finka Villa Santa Maria

Die letzten drei Tage verbrachten wir in Medellín. Nach Bogotá ist Medellín die zweitgrößte Metropolregion in Kolumbien. Die Stadt liegt mitten im Valle de Aburrá, einem Tal des mittleren Bergzugs der Anden im nordwestlichen Kolumbien, auf einer Höhe von 1.538 m. Sie wird daher auch Capital de la Montaña, Hauptstadt der Berge, genannt. In den 80er Jahren litt das öffentliche Leben der Stadt unter der Drogenmafia des Medellín-Kartells, das eine führende Rolle im weltweiten Handel mit Kokain einnahm. Überhaupt galt die Stadt noch bis in die 90er Jahre als Drogenhauptstadt der Welt. Nach dem Tod von Pablo Escobar, dem Kopf des Medellín-Kartells, und der Erhöhung von Militär und Polizei durch den jetzigen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez (kommende Präsidentschaftswahlen sind am 14.03.2010) verbesserte sich die Sicherheitslage in der Stadt. Das Prädikat der Drogenhauptstadt trägt die Stadt auch nicht mehr. Insgesamt wirkt die Stadt mit ihrem Siemens Skytrain einerseits sehr modern und entwickelt. Auf der anderen Seite muss man feststellen, dass geradezu fast alle Gebäude unverputzt sind. Die Stadt wirkt sehr dreckig und schlichtweg hässlich. Anders die Menschen, die sich hier sehr europäisch kleiden und den US-amerikanischen und europäischen Schönheitsidealen nacheifern. Medellín streitet mit der Großstadt Cali welche der beiden Städte denn mehr Frauen hat, die sich einer Schönheitsoperation unterzogen haben.

Medellín - Straßenbild

Medellín - Straßenbild

Medellín - Straßenbild

Medellín - Straßenbild

Medellín - Straßenbild

Medellín - Straßenbild

Medellín - Kathedrale

Medellín - Kathedrale

Medellín verfügt über drei moderne Seilbahnen, die an die Metrostationen angeschlossen sind. Eine davon wurde erst vor einigen Wochen eröffnet und führt über einige Kilometer in einen gigantischen Nationalpark. Hier wurden wir an unserem letzten Tag in Südamerika von einem kolumbianischen TV-Team über unsere Eindrücke und unsere Reise interviewed. :) Nur wenige Blöcke außerhalb des Stadtkerns sieht man das echte Leben in Medellín. Die Lebensverhältnisse unter denen die nicht zu den oberen 10.000 gehören sind von Armut geprägt.

Medellín - Blick aus der Seilbahn

Medellín - Blick aus der Seilbahn

Medellín - Stadtteil Caribe

Medellín - Stadtteil Caribe

Nach etwas suchen, habe ich dann doch noch einige interessante fotografische Perspektiven in der Stadt gefunden.

Medellín - Kulturpalast

Medellín - Kulturpalast

 
Medellín - Wolkenkratzer

Medellín - Wolkenkratzer

Medellin - Markthalle

Medellin - Markthalle

Eines Abends sollte es dann soweit sein. Nur noch eine Nacht trennte uns von dem Datum an welchem unser Heimflug gehen sollte. Das entsprechende Ticket haben wir einige Wochen vorher in Quito gekauft. Um 4:00 brachen wir zum Flughafen auf. Nach langwierigen Kontrollen am Abflugflughafen mit zweimaliger Inspektion des Handgepäcks – selbst die Objektivdeckel meiner Objektive wurden abgeschraubt und durch die Optik durchgesehen – , dem Auspacken unserer für den Flug ordentlich gepackter Reiserucksäcke, Durchleuchtungen und dreimaligem Abtasten – das letzte mal auf dem Rollfeld kurz vor Einstieg in die Maschine – , saßen wir im Flugzeug. Fliegend mit einem Stopp in Miami und einem in New York erreichten wir nach 22 Stunden den Frankfurter Flughafen. Dies war der Ort wo vor 143 Tagen alles begann…

 

Cartagena de Indias – vermutlich schönste Stadt Kolumbiens

Written by Sylwester Kras on February 25th, 2010

Mit dem Bus erreichten wir nach 5 Stunden die an der Karibik gelegene Stadt Cartagena, die einst bedingt durch ihren Reichtum oft zum Angriffspunkt von Piraten wurde. Hier trafen die Reichtümer aus allen Ecken des Kolonialreichs ein. Gold aus Peru, Silber aus Bolivien, Smaragde aus Muzo. Der Franzose Baal war der erste, der über die damals noch unbefestigte Stadt herfiel. 1586 holte sich Sir Francis Drake 107.000 Golddukaten. Die spanischen Kolonialisten wollten dieses Treiben abstellen und befahlen unter Philipp II die Stadt mit einer mächtigen Stadtmauer und Festungsanlagen zu umrunden. Die besten Millitärbaumeister finalisierten das Projekt nach 200 Jahren. Als Arbeitskräfte kamen größtenteils afrikanische Sklaven zum Einsatz. Noch heute kann man den Platz besichtigen, an dem einst die Sklaventransporte aus Afrika ankamen und der “Ladung” Steuersiegel und das Eigentumssiegel in die nackte Haut eingebrannt wurde.

Nachdem 1739 England Spanien den Krieg erklärte, griffen am 13. März 1740 die Engländer unter Admiral Vernon die Stadt mit 186 Schiffen an. Auf der Gegenseite aktivierte man den Kriegsveteran Don Blass, der zu dem Zeitpunkt bereits wie eine Romanfigur einäugig, einarmig und einbeinig die Verteidigung organisierte. Mit seiner quantitativ unterlegenen Truppe verteidigte er die Festung Fort San Felipe erfolgreich bis zum Schluss. Er verlor zwar auch das zweite Bein, ging jedoch als Held in die Geschichte ein. Der Angreifer Vernon blamierte sich hingegen bis auf die Knochen. Dieser hat bereits Goldmünzen prägen lassen auf welchen er als Held mit vor ihm knienden Blass abgebildet war.

Heute präsentiert sich Cartagena sehr vielfältig. Die schmalen Landzungen werden im Miamistil mit Hochhäusern bestückt. Die Altstadt ist wunderschön kolonial. Die Stadtmauer mit dem Fort San Felipe zieht sich mächtig durch die ganze Stadt. In Randregionen der Stadt stehen ärmliche Hütten und bieten den Menschen nur das Nötigste.

Cartagena - Überblick

Cartagena - Überblick

Der Stadtkern ist kolonial und mit den bunten Fassaden ein echter Hingucker.

Cartagena - Altstadt

Cartagena - Altstadt

Cartagena - Gasse

Cartagena - Gasse

Cartagena - Gasse

Cartagena - Gasse

Cartagena - Gasse

Cartagena - Gasse

Die Stadtmauer bietet einen sehr interessanten Kontrast zur Skyline der Stadt.

Cartagena - Festung und Skyline

Cartagena - Festung und Skyline

Cartagena - Festung und Skyline

Cartagena - Festung und Skyline

Die meiste Bevölkerung wohnt nicht in der kolonialen Altstadt und muss sich mit einfachen Behausungen begnügen.

Cartagena - Wohnsiedlung

Cartagena - Wohnsiedlung

Cartagena - Frau am Obststand

Cartagena - Frau am Obststand

Das gewaltige Fort San Felipe, welches einst von Blass verteidigt wurde bietet zahlreiche unterirdische Gänge und Korridore.

Cartagena - Monument von Don Blass

Cartagena - Monument von Don Blass

Cartagena - Fort San Felipa

Cartagena - Fort San Felipa

Cartagena - Unterirdischer Gang im Fort San Felipe

Cartagena - Unterirdischer Gang im Fort San Felipe

 

Kolumbianische Karibikkueste – Willkommen im Paradies!

Written by Sylwester Kras on February 19th, 2010

Wir sparten das Guerillagebiet im Grenzgebiet zwischen Ecuador und Kolumbien aus und nahmen einen Flug von Quito ueber die kolumbianische Hauptstadt Bogotá bis an die Karibikkueste nach Santa Marta.

Unsere noch aus Ecuador gebliebenen $US 23,- tauschte ich am Flughaben von Bogotá gegen kolumbianische Pesos. Zu meiner Verwunderung musste ich mich hierzu mit meinem Pass ausweisen, ein Formular unterschreiben und zudem mit meinem Fingerabdruck versehen. In Kolumbien wird derzeit versucht jede auch nur so kleine finanzielle Transaktion aufzuzeichnen. Der Staat versucht saemtlichen Geldfluss zu ueberwachen und die aus Loesegeldern von Entfuehrungen und Kokainhandel erwirtschafteten Einkommen der Guerillabewegungen auszuloeschen.

In Kolumbien ist Aufbruchsstimmung zu spueren. Seit dem Amtsantritt des Praesidenten Álvaro Uribe Vélez im Jahre 2002 wurden diplomatische Beziehungen mit kolumbianischen Guerilla-Organisationen FARC und ELN eingestellt. Die vom Vorgaenger bewilligte demilitarisierte Zone wurde zurueck erobert. Uribe stockte Sicherheitseinheiten im ganzen Land auf. Im grunde sieht man als Fussgaenger ueberall Einheiten mit schwerster Bewaffnung Kreuzungen und Gebaeude sichern.

Nach einer umstrittene Verfassungsaenderung 2005 lies sich Uribe mit grosser Mehrheit der Bevoelkerung zur zweiten Amtszeit waehlen. Die Sicherheitslage im Land hat sich weiter verbessert. Der Tourismus ist im Aufschwung. Es entstehen Hotels und Restaurants. Die Sicherheitslage in den Grossstaedten hat sich mittlerweile auf ein Durchschnittsmass von suedamerikanischen Staedten eingependelt.

Die Zahl der Guerilla sank von 20.000 in den 90er Jahren auf mittlerweile geschätzte 8.000. Die Anzahl aktuell (Feb. 2010) namentlich bekannter enfuehrter Menschen betreagt laut www.lasvocesdelsecuestro.com 483 und ist hiermit so tief wie nie. 2008 listete diese Seite noch 1414 Namen.

Auch wenn es weiterhin Menschenrechtsverletzungen, Faelle von erpresserischem Kidnapping, bewaffnete Uerbfaelle (gehoert haben wir von einer Aktion in Cartagena, wo ein bewaffneter Trupp nachts in ein Hostel eingedrungen ist und alle Besucher ausgeraubt hat) wie auch eine Vielzahl von Morden gibt (selbst in der kleinen 400.000 Stadt Santa Marta gucken einen jeden Tag von den Titelseiten der Tageszeitungen grossformatig abgedruckte Kopfschussopfer der letzten Nacht an), so besteht begruendete Hoffnung, dass sich Kolumbien weiter stabilisiert und seiner ausserordentlich herzlichen und angenehmen Bevoelkerung ein sicheres Leben ermoeglicht.

Santa Marta war der erste spanische Verwaltungssitz auf dem amerikanischen Kontinent. Die 1525 gegruendete Stadt liegt direkt an der Karibikkueste und ist die aelteste Stadt Kolumbiens. Wir verbrachten drei Tage hier und fuhren dann in den 10 Minuten entfernten kleinen Fischerort Taganga.

Sonnenuntergang in Santa Marta

Sonnenuntergang in Santa Marta


Neben einigen Tauchbasen und einer Vielzahl von Aussteigern bietet Taganga ein einmaliges Flair und viel Ruhe. Wir mieteten uns in einem Appartement ein und machten knappe drei Wochen Urlaub von der zwar sehr schoenen jedoch auch sehr anstrengenden und mittlerweile fast vier Monate andauernden Reise. Ich verbrachte die meiste Zeit mit tauchen (ein Dank an die sehr professionelle Tauchbasis von Max: Poseidon Dive Center) und lesen. Taganga besitzt neben einem kleinen Strand eine frisch eroeffnete Strandpromenade zu deren Eroeffnungsfeier wir den Buergermeister von Santa Marta und den Vize Minister fuer Tourismus zu Gesicht bekamen.

Blick auf die Bucht von Taganga

Blick auf die Bucht von Taganga

Bucht von Taganga

Bucht von Taganga

Taganga - Ideal zum Entspannen

Taganga - Ideal zum Entspannen

Taganga - Neue Promenade

Taganga - Neue Promenade

Taganga - Sonnenuntergang

Taganga - Sonnenuntergang

 

Wir zelteten zwei Naechte im Parque Nacional Natural Tayrona und genossen die paradiesischen Straende eines der schoensten Abschnitte der gesamten Karibikkueste.

Tayrona - Willkommen im Paradies!

Tayrona - Willkommen im Paradies!

Tayrona - Traumstrand

Tayrona - Traumstrand

Tayrona - Traumstrand

Tayrona - Traumstrand

Tayrona

Tayrona

Tayrona - Cabo San Juan

Tayrona - Cabo San Juan

Nach unserem Zwischenurlaub brachen wir wieder auf. Mittlerweile haben wir ein Rueckflug nach Deutschland gekauft und wollten nun die letzten zwei Wochen durch Kolumbien reisen.

 

Quito und unser Wechsel der Hemisphaere

Written by Sylwester Kras on February 17th, 2010

Quito ist die Hauptstadt von Ecuador und liegt 20 Kilometer suedlich des Aequators. Ecuador selbst ist geographisch, topographisch, klimatisch und ethnisch eines der vielfaeltigsten Laender der Erde. Neben der Amtssprache Spanisch besitzt auch Kichwa (auch Quichua) mit etwa zwei Millionen Sprechern grosse Bedeutung. Kichwa ist eine Gruppe regionaler Mundarten des Quechua, der lingua franca der Inkas, den diese nach der Eroberung der Region im 15. Jahrhundert eingefuehrt haben.

Gemessen nach dem Bruttonationaleinkommen ist Ecuador nach Bolivien das zweitaermste Land Suedamerikas. Im Jahre 2000 hat Ecuador die eigene Waehrung abgeschafft. Ohne Regulierungsmechanismen der eigenen Zentralbank operiert das Land nun mit US$.

Waehrend die Staedte wohlentwickelt – zubetoniert deuten wir als so etwas – sind, so scheinen die Lebensverhaeltnisse auf dem Land katastrophal zu sein. Zugang zum sauberem Wasser hat hier kaum jemand. Die Behausungen stehen auf hohen Holzstelzen und erinnern an verarmte Bauten in Kambodscha.

Bei Nacht ist die Weite der 2 Mio. Stadt am beeindruckendsten.

Quito bei Nacht

Quito bei Nacht

Quito bei Nacht

Quito bei Nacht

Die Altstadt von Quito ist als erste Stadt ueberhaupt 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden und glaenzt mit ihrer kolonialen barocken Architektur.

Waehrend unserer Stadtbesichtigung liefen wir Gefahr ausgeraubt zu werden. Man versuchte an uns einen uralten Trick bei dem wir zuerst ohne es zu merken von hinten mit einer streng riechenden senfigen Substanz bespritzt wurden. Unsere Kleidung und vorallem mein Fotorucksack wurden gruendlich eingesaut. Nur wenige Schritte weiter stand ein serioes aussehender Herr der uns auf die Schmiere an unseren Kleidern aufmerksam machte. Selbstverstaendlich hatte er zufaellig Papiertaschentuecher dabei und wollte uns, hilfsbereit wie er war, bei der Reinigung unserer Sachen helfen. Sein wahres Interesse galt natuerlich den Zeitpunkt abzuwarten an dem ich den Fotorucksack absetze und einen Augenblick nicht aufpasse… Wir schalteten sofort um was es hier ging und liessen die Kleinganoven ohne Beute zurueck.

Quito - Strassenbild

Quito - Strassenbild

Quito - Strassenbild

Quito - Strassenbild

Quito - Kathedrale

Quito - Kathedrale

Quito - Strassenbild

Quito - Strassenbild

Wir fuhren ca. 20 km nach Norden und erreichten den Aequator, der mit dem Mitad del Mundo (span.: Die Mitte der Welt) Monument markiert ist. Dieses Monument steht in einem Gebiet, in welchem der Aequator einzig auf der Welt an festen, natuerlichen Orientierungspunkten, naemlich den Gipfeln der Anden verlaeuft. Sein restlicher Verlauf geht ueber Wasser und durch sich staendig veraendernde Regenwaldgebiete.
Nach der Ueberquerung dieser geographischen Breite von Null, standen wir nun das erste mal seit Monaten wieder auf der heimischen Nordhalbkugel!

Mitad del Mundo

Mitad del Mundo

Der Balanceakt auf dem Aequator

Der Balanceakt auf dem Aequator

Strenggenommen verlauft die tatsaechliche Aequatorlinie gute 240 Meter weiter noerdlich als am Monument skizziert. Als im Jahre 1736 ohne GPS die Linie konstruiert wurde, fuehlte man sich ausserstande den Verlauf genauer zu bestimmen. Interessant ist hierbei, dass man in der Naehe der Mitad del Mundo die Ueberreste eines Bauwerks aus der Praeinkazeit fand, welches tatsaechlich den Aequator markiert und bereits vor ueber 1000 Jahren errichtet wurde. Wir hoffen, dass einst das Projekt Quitsato naehere Erkenntnisse zu diesem Fund liefern wird.

 

Ueber die Panamericana in Richtung Aequator

Written by Sylwester Kras on February 15th, 2010

Wir beschlossen mit dem Bus von Cusco in die 7,7 Mio. Einwohner starke Hauptstadt Lima und von dort weiter nach Norden in Richtung Ecuador zu fahren. Die Fahrt nach Lima fuehrte ueber Wueste. In Lima angekommen war es nun das erste mal seit etwa 4 Wochen, dass wir die Hochebene verlassen haben. Auch wenn es sehr heiss war, tat es gut wieder dichte Luft zu atmen. Der Stadt konnten wir schon 2005 nicht viel abgewinnen und fuhren am folgenden Tag weiter.

Anfahrt nach Lima - Wueste

Anfahrt nach Lima - Wueste

 
Lima - Blick auf den Pazifik von Mira Flores

Lima - Blick auf den Pazifik von Mira Flores

Lima - Mariott in Mira Flores

Lima - Mariott in Mira Flores

Alles oberhalb Limas war neu fuer uns. Es handelt sich hierbei um eine Gegend, die nur selten von Touristen besucht wird. In der Stadt Chiclayo fuehlten wir uns wie Exoten. Erst am zweiten Tag trafen wir einen weissen Touristen am Busbahnhof.

Chiclayo - Ueberbleibsel des Weihnachtsfestes

Chiclayo - Ueberbleibsel des Weihnachtsfestes

Chiclayo - bei Nacht

Chiclayo - bei Nacht

Chiclayo - Ein Sack voll Schweine auf dem Markt

Chiclayo - Ein Sack voll Schweine auf dem Markt

 

Wir besuchten bei Nacht den Mercado de Hierbas, der vermutlich der groesste Markt Suedamerikas mit Heilkundigen, Quacksalbern und Schamanen ist. Neben vielerlei Tinkturen, Stinktierfaellen, Zauberstaeben und Voodoopuppen lesen die alten Schamanen die Erkrankung des Fragenden aus den Eingeweiden eines frisch getoeteten Meerschweinchens. Von einem alten Affen liessen wir uns Lose ziehen. Heike kaufte nach intensiver Beratung einen Zauberstab.

Chiclayo - Nachts vor dem Hexenmarkt

Chiclayo - Nachts vor dem Hexenmarkt

Chiclayo - Hexenmarkt

Chiclayo - Hexenmarkt

Chiclayo - Affe auf dem Hexenmarkt

Chiclayo - Affe auf dem Hexenmarkt

 

Nicht weit von Chiclayo besuchten wir die aeusserst interessante Ausgrabungsstaette Señor de Sipán und staunten nicht schlecht ueber diverse spektakulaere Fundstuecke. Sehr beeindruckend sind die goldenen Masken die einst als Grabbeigaben dienten. Am naechsten Tag ging es die Panamericana weiter nach Norden.

Sipan - Goldmaske

Sipan - Goldmaske

Sipan - Grabkammer

Sipan - Grabkammer

Wir erreichten das Surferparadies Máncora. Das Fischerdorf zieht meist peruanische Touristen an, die hier die ruhige Atmosphaere geniessen. Viel mehr als Strand gibt es nicht zu sehen. Wir sprangen auf den Zug auf und legten hier unseren ersten Strandtag unserer Reise ein! Das tat in der Tat mal gut.

Mancora von oben

Mancora von oben

Panamericana durch Mancora

Panamericana durch Mancora

Mancora - Strand

Mancora - Strand

Strandtag in Mancora

Strandtag in Mancora

Wir folgten der Panamericana nun weiter und erreichten bei Nacht und stroemendem Regen die Ecuadorianische Grenze. Die Ausreise aus Peru war nach 30 Minuten erledigt. Nach einer laengeren Irrfahrt mit dem Bus durch die Grenzstadt erreichten wir dann eine Stelle an der man sich den Ecuadorianischen Einreisestempel holen konnte. Es ging weiter nach Norden. Das Militaer hielt uns an. Dass je weiter man nach Norden kommt, desto haerter die Gangart bei Kontrollen und desto dicker die Kaliber werden, lernten wir schnell. Ich wurde breitbeinig mit dem Gesicht zum Bus gestellt und durchsucht. Nach meiner Rueckfrage wusste ich dann, dass es nur zu meiner eigenen Sicherheit war.

Grenze Ecuador

Grenze Ecuador


Wir erreichten die 3,3 Mio. Stadt Guayaquil. Wir brauchten Schlaf und besorgten uns ein Hotelzimmer fuer vier Stunden. Dannach ging es weiter. Nach 12 Stunden erreichten wir nachts um 2:00 nun endlich die Hauptstadt Quito, wo wir einige Tage bleiben wollten. Wir suchten uns ein vertrauensvoll aussehendes Taxi und zeigtem dem Fahrer die Adresse eines Hostels in dem wir einchecken wollten. Die Fahrt durch die dunkle Stadt von Quito erfolgte mit Spitze 120 km/h und selten unter 80 km/h. Bis auf eine rote Ampel, an der Kameras stehen und dahinter Polizei auf Motorraedern wartet, ueberquerte der Fahrer alle roten Ampeln. Mit Kiss im Hintergrund rockte die Fahrt durch die scheinbar ausgestorbene Stadt im wahrsten Sinne des Wortes. Am Ziel angekommen fragte ich den Fahrer aber dennoch, was denn diese Vorstellung sollte. Zu meiner Ueberraschung erzaehlte er mir, dass es nicht zu verantworten sein, nachts an roten Ampeln zu halten. Ein Ueberfall auf das Auto durch Bewaffnete, die aus den Bueschen kommen waere sehr wahrscheinlich. Wir checkten ein, schliefen aus und machten uns am naechsten Tag daran die Altstadt von Quito zu besichtigen…

 

Cusco und die herrlichen Ruinen von Machu Picchu

Written by Sylwester Kras on February 10th, 2010

Mit dem Bus erreichten wir Cusco, wohl die bedeutendste Stadt Perus und historisch gesehen wohlmoegleich die interessanteste Suedamerikas. Die Stadt liegt auf einer Hoehe von 3.416 m. Der Sage nach wurde die Gegend in grauer Vorzeit von den Tampus, einem Volk der Quechua-Indianer, bewohnt. Sie sollen die ersten Menschen gewesen sein – aelter seien nur die Goetter. Cusco war einst Zentrum des Inka-Imperiums, welches in etwa so maechtig wie das alte Rom war und sich bis in das heutige Ecuador im Norden und Chile im Sueden erstreckt hat.

Das heutige Stadtbild ist durch Kolonialbauten gepraegt, die auf den alten erdbebensicheren Inka-Mauern errichtet wurden. Cusco ist Ausgangspunkt fuer die Besichtigung zahlreicher Inka-Ruinen. Die spektakulaerste ist zweifelsohne das auf 2.360 Meter gelegene Machu Picchu, welches 1983 in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Ruinen, die wir ebenfalls 2005 besichtigt haben. Fuer den interessierten Leser seien hier aufgezaehlt: Sacsayhuamán, Tambo Machay, Puca-Pucará, Kenko, Pisac mit seinem wundervolle bunte Markt und Ollantaytambo.

Cusco bei Nacht

Cusco bei Nacht

Cusco bei Nacht

Cusco bei Nacht

Kind mit Lama

Kind mit Lama

Cusco Stadtbild

Cusco Stadtbild

der 12-eckige Stein

der 12-eckige Stein

Der 12-eckige Stein befindet sich in einem Ueberbleibsel eines alten Inka-Gebaeudes und ist ein schoener Beweis fuer die meisterhafte Bearbeitung und moertellose Zusammensetzung von Steinen durch die Inka.

Neben Machu Picchu, welches wir unbedingt ein zweites mal sehen wollten, besuchten wir auch Sacsayhuamán ein zweites mal, welches seit zwei Jahren Nachts beleuchtet ist und nun auch zu spaeter Stunde besichtigt werden kann.

Blick auf Cusco von Sacsayhuamán

Blick auf Cusco von Sacsayhuamán

Sacsayhuamán bei Nacht

Sacsayhuamán bei Nacht

Unser Transfer nach Machu Picchu erwies sich als eine wahre Katastrophe und wohlmoegelich der gefaehrlichste Abschnitt unserer gesamten Reise. Auf unserer letzten Reise 2005 nutzten wir die damals einzige Moeglichkeit und fuhren mit dem Bus von Cusco bis Ollantaytambo. Von dort stiegen wir in den Zug und fuhren bis Aguas Calientes, welches am Fusse von Machu Picchu liegt. Seit zwei Jahren haben sich findige Tourenveranstalter etwas neues ausgedacht – “Machu Picchu by car”. Hierbei handelt es sich um einen Bustransfer ueber Ollantaytambo und dann durch die im Dschungel liegende Hochebene bis Sta. Maria. Von dort faehrt man dann nur ein kurzes Stueck mit dem Zug und erreicht Aguas Calientes von der anderen Seite. Diese Alternative wird von den Tourenveranstaltern bevorzugt angeboten, da der kurze Zug deutlich guenstiger ist und somit mehr Geld in der Kasse des Veranstalters haengen bleibt.

Wir informierten uns bei zwei verschiedenen Stellen ueber den Streckenverlauf bis Sta. Maria und fanden heraus, dass es waehrend der Regenzeit zu Erdrutschen auf der Strecke kommen kann. Ein Veranstalter sagte uns, dass die Strecke in der Regenzeit viel zu gefaehrlich sei und er diese nur in der Trockenzeit anbiete. Ein anderer wiederum bestaetigte, dass es Erdrutsche geben koennte, jedoch dass die Strecke erst im Februar unpassierbar sei. Die Aussicht etwas neues kennenzulernen und einige Stunden durch den Dschungel zu fahren bewegten und dazu diese neue Alternative auszuprobieren. Zumal war es erst Ende Dezember und die Regenzeit erst am Anfang.

Im Ergebnis fuerchteten wir in der Hochebene um unser Leben. Es regnete entsetzlich und die hunderte von Metern ohne vorgebaute Leitplanken abfallenden Abgruende bewegten den Fahrer nicht die Geschwindigkeit des mit 15 Insassen besetzen Minibus an diese Verhaeltnisse anzupassen. Ueblich in diesen Laendern ist es zudem, dass die gesamte Ablage ueber dem Armaturenbrett durch einen Teppich bedeckt ist – die Einheimischen erhoffen sich dadurch den durch Sonnenlicht bedingten Alterungsprozess des Fahrzeuges zu verlangsamen. Dieser Teppich hat jedoch die Eigenheit, dass er saemtliche Belueftungsschlitze verdeckt und es bei Regen zu Beschlag auf der Scheibe kommt. Auch dies bewegte den Fahrer nicht dazu die engen Serpentinen langsamer erst hoch und dann wieder runter zu brettern. Waehrend die Insassen vor Angst begannen die Fingernaegel zu kauen oder Suessigkeiten in sich reinzustopfen oder wie ich die Seitenvorhaenge zu schliessen um das Ausmass der nur Zentimeter neben dem Bus beginnenden Abgruende nicht sehen zu muessen, intervenierte Karsten mit dem Fahrer und brachte ihn dazu zumindest den Teppich zu verruecken um Luft an die Scheibe zu lassen.

So fuhren wir einige Zeit und ahnten noch nicht, dass dies erst der harmlose Abschnitt unseres Weges sein sollte. Wir erreichten tieferes Terrain und waren nur noch 10 bis 20 km von Sta. Maria entfernt, als es nicht mehr weiter ging. Der Hang oberhalb der Strecke ist abgerutscht und blockierte die Piste. Ein Weiterkommen war nicht moeglich. Der Fahrer machte sich auf den Weg zurueck nach Cusco, waehrend wir mit Rucksaecken zu Fuss den Erdrutsch passierten und der Piste weiter folgten. Das Einzige, was uns der Fahrer mit auf den Weg gegeben hat, war die Information, dass nach 20 Minuten Fussmarsch ein anderer Bus auf uns warten wird. Doch alles kam ganz anders.

Es stellte sich heraus, dass die Piste nicht durch ein, sondern durch drei Erdrutsche versperrt war, die in beachtlichen Entfernungen zueinander lagen. Von 20 Minuten und einem Anschlussbus war nicht die Rede. Der Gewaltmarsch sollte 3,5 Stunden dauern. Die Stabilitaet der Haenge war alles andere als gesichert. Es war denkbar, dass der Berg von oben nachrutscht oder die Piste auf der wir standen ploetzlich in die Tiefe gerissen wird. Zwischen den Erdrutschen trafen wir ein deutsches Paar, welches mit ihrem in Deutschland zugelassenden Gelaendewagen inzwischen den dritten Tag festsassen. Uns sollte es weniger hart treffen. Zwei findige Taxifahrer waren mit ihren Fahrzeugen zwischen den Erdrutschen eingesperrt und machen ein riesiges Geschaeft. Zwar verloren wir Steffi und Viola aus den Augen, jedoch gelang es uns erst im Kofferraum sitzend und dann auf den Sitzen eingequetscht mit 13 Insassen in einem Toyota Corolla vom Berg bis Sta. Maria zu fluechten. Wir waren die ersten unserer Gruppe die unbeschadet Sta. Maria erreichten. Ein anderen Tourenoperator organisierte uns ein Zug-Ticket und einen Transport zum einige Kilometer entfernten Bahnhof.

Wir sassen im Zug und warteten auf Viola und Steffi. Mittlerweile war es einige Minuten nach der geplanten Abfahrtzeit und wir verloren die Hoffnung. Irgendwie bis Sta. Maria wuerden sie schon kommen und dort eine Uebernachtungsmoeglichkeit finden. Die Freunde war dann sehr gross, als sie im letzten Augenblick doch noch auftauchten.

Erdrutsche auf dem Weg

Erdrutsche auf dem Weg

Bedrohlicher Hang mit Bagger

Bedrohlicher Hang mit Bagger

13 Personen in einem Corolla

13 Personen in einem Corolla

Unsere Flucht vom Berg. Karsten irgendwo im Kofferraum, Heike nicht sichtbar links im Bild.

Fuer alle von uns Stand fest, dass wir aus der Tour aussteigen und unseren Ruecktransport selbst in die Hand nehmen werden. Wir kehrten mit dem regulaeren Zug bis Ollantaytambo zurueck und organsierten dann einen Taxitransport bis Cusco.

Vier Woche spaeter hat sich die Lage in dieser Region weiter verschaerft. Spiegel-Online schreibt von tausenden Reisenden, die festsitzen. Die Bahnstrecke wurde weggespuehlt. Touristen sitzen ohne Geld und Unterkunft in Aguas Calientes und werden teilweise mit Hubschraubern rausgeflogen. Bis zum Instandsetzen der Zugstrecke ist Machu Picchu nicht erreichbar – dies kann Wochen und Monate dauern.

Aguas Calientes Bahnhof

Aguas Calientes Bahnhof

Aguas Calientes Bahnhof

Aguas Calientes Bahnhof

Die Reisestrapazen entlohnte am kommenden Morgen der Ausblick auf die im Fruehnebel liegenden Ruinen von Machu Picchu.

Machu Picchu im Nebel

Machu Picchu im Nebel

Machu Picchu im Nebel

Machu Picchu im Nebel

Am Nachmittag klarte es auf und wir bestaunten das sonnenerhellte Panorama.

Machu Picchu

Machu Picchu

Machu Picchu

Machu Picchu

Anders als 2005, kann man heute den schmalen Weg entlang der Felsmauer bis zur Inka-Bruecke laufen. Die Bohlen wurden einst weggezogen und gestatteten so unerwuenschten Gaesten keinen Zutritt.

Zugang zur Inka Brucke

Zugang zur Inka Brucke

Inka Bruecke

Inka Bruecke

Mit Karsten bestiegen wir den 2701 Meter hohen Wayna Picchu. Dieser Berg ist im Uebersichtpanorama auf der rechten Seite zu sehen. Er wird auch der “junge Berg” genannt. Teilweise sind hierbei huefthohe Steinstufen zu nehmen. Kurz vor der Spitze tauchen weitere Inka-Ruinen auf. Nach dem passieren einer Hoehle oder dem Anstieg von extrem steilen und schmalen Stufen und dem verdraengen saemtlicher Fall- oder Hoehenaengste, erreicht man die Spitze und hat einen unvergesslichen Blick auf das nun winzig erscheinende Machu Picchu. Nach dem Rueckweg waren wir dann froh wieder unten zu sein ;)

 

Blick vom Wayna Picchu auf Machu Picchu

Blick vom Wayna Picchu auf Machu Picchu

Abstieg vom Wayna Picchu (Danke an Karsten)

Abstieg vom Wayna Picchu (Danke an Karsten)

Ich auf dem Wayna Picchu (Danke an Karsten)

Ich auf dem Wayna Picchu (Danke an Karsten)

In Cusco verbrachten wir noch einige Tage und verabschiedeten Karsten, der wieder nach Deutschland flog. Steffi und Viola sind nach Lima gefahren. Wir waren nun wieder alleine unterwegs und planten unsere weitere Route. Urspruenglich wollten wir in den Norden Perus ins Amazonasbecken reisen um dort von Pucallpa ueber den Rio Ucayali einige Tage bis zum Amazonas und der Stadt Iquitos zu schippern. Von dort sollte es weiter den Amazonas flussabwaerts bis in das Grenzgebiet von Kolumbien gehen. Da wir von den Folgen der Regenzeit (Kanaleinbruch in La Paz und drei Erdrutsche auf dem Weg nach Machu Picchu) nun definitiv die Nase voll hatten, musste ein anderer Plan auf den Tisch. Das Amazonasbecken hatte aktuell definitiv zu viel Wasser und somit sehr unangenehme Abenteuer parat…

 

Arequipa und der Colca Cañon

Written by Sylwester Kras on February 5th, 2010
Zuerst fuhren wir von La Paz an den auf 3.810 m gelegenen Titicaca-See. Wir setzten mit einem Boot ueber eine Seeenge in die bolivianische Kleinstadt Copacabana ueber, waehrend unser Bus mit einer winzigen Faehre verschifft wurde.

Die Umgebung des Titicaca-Sees kannten wir bereits von unserer Reise im Jahr 2005. Damals besuchten wir die schwimmenden Inseln des Uru Volkes wie auch die Insel der strickender Maenner Taquile. Auf der Insel Amantaní verbrachten wir eine Nacht bei einer Familie und staunten nicht schlecht in welch einfachen Verhaeltnissen Menschen in dieser Region leben.

Diesmal lag ueber dem See eine gewaltige Wolkenfront, so dass wir entschieden direkt weiterzufahren. Wir passierten die Grenze nach Peru und stiegen in einen peruanischen Bus, der uns ueber die uns schon bekannte Stadt Puno und die unvorstellbar chaotische Schmugglerstadt Juliaca bis nach Arequipa brachte.
Copacabana - Bolivien

Copacabana - Bolivien

Juliaca - Peru

Juliaca - Peru

Juliaca - Verkehrschaos

Juliaca - Verkehrschaos

Juliaca - Strassenbild

Juliaca - Strassenbild

Arequipa liegt auf 2.353 m Hoehe und ist mit rund 783.000 Einwohnern die zweitgroesste Stadt Perus. Um die Stadt herum liegen weitestgehend sehr arme Wohnsiedlungen, waehrend der klein Stadtkern ein wunderschoenes Bild abgibt und seit 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe gehoert.

Neben der Stadt steht der praechtige 5.822 m hohe kegelfoermige Vulkan Misti wie auch der stets Schneebedeckte 6.057 m hohe Nevado Chachani. Durch die Naehe zu diesen aktiven Vulkanan registriert man in Arequipa taeglich durchschnittlich 12 Erdbewegungen unterschiedlicher Starke. 1608, 1687, 1784, 1868, 1958 und 1960 wurden grosse Teile der Stadt durch Beben zerstoert.

Arequipa wird auch die Stadt des ewigen Fruehlings genannt. Durch die Naehe zum Ozean (75 km) herrschen das ganze Jahr angenehme Temperaturen – im Jahr gibt es mehr als 300 Sonnentage und fast jeden Tag blauen Himmel.
Arequipa

Arequipa

Arequipa - Nacht

Arequipa - Nacht

Arequipa - Verkehrspolizei

Arequipa - Verkehrspolizei

Arequipa - El Misti

Arequipa - El Misti

In Arequipa steht das Kloster Santa Catalina. Durch die fast 400 Jahre dauernde Abgeschlossenheit hat sich hier ein komplettes Staedtchen mit maurischer Architektur erhalten, welches uns wirklich entzueckt hat.
Arequipa - Kloster

Arequipa - Kloster

Arequipa - Kloster

Arequipa - Kloster

Wie 2005 unternahmen wir auch diesmal einen zweitaegigen Ausflug an den Colca Cañon. Dieser Canyon misst eine Tiefe von 3.200 m und ist hiermit der zweitgroesste Canyon der der Erde (der groesste findet sich nicht weit entfernt). Am Colca Cañon bietet der Aussichtspunkt Cruz del Condor die Moeglickeit Andenkondore zu beobachten.

Diese herrlichen Voegel erreichen eine Spanweite von 3,20 Meter und gehoeren zu den groessten flugfaehigen Voegeln der Erde. Neben einem dieser riesiegen Voegeln, konnten wir auch die kleinste Familie der Voegel – die Kolibris beobachten.
Colca Canyon

Colca Canyon

Colca Canyon

Colca Canyon

Kolibri

Kolibri

Kondor

Kondor

Kondor

Kondor

Kondor

Kondor

Auf unserer Colca Expedition trafen wir unsere Reisbegleiterin von 2005, die sich freute uns wieder in Peru zu sehen und uns prompt fuer den 24. Dezember zum Weihnachtsessen zu ihrer Familie eingeladen hat. Mit Weihnachtsgeschenken ausgestattet freuten wir uns mitzuerleben, wie den wohl Weinachten in Peru verbracht wird. Aufgrund familiaerer Auseinandersetzungen (die Mutter wollte vermutlich nicht irgendwelche Touristen zu Weihnachten im Haus haben) musste uns unsere Bekannte dann leider kurzfristig absagen, so dass wir uns selbst um unser Weihnachtsfest kuemmern mussten. Heiligabend verbrachten wir zu dritt mit Karsten in einem Restaurant in der Innenstadt. Waehrend Heike etwas zurueckhaltender bei der Wahl ihrer Speise war, verdrueckten Karsten und ich je ein frittiertes Meerschweinchen (Cuy), welchen mit allen Vieren von sich gestreckt und aufgerissener Schnauze mit langen Nagerhauern den Teller fuellte.
 

La Paz / wichtigste Stadt Boliviens

Written by Sylwester Kras on January 27th, 2010
Mit dem Bus erreichten wir La Paz, waehrend Karsten mit dem Flieger nach Santa Cruz aufgebrochen ist um an einer Dschungeltour teilzunehmen.

La Paz - Umgebung

La Paz - Umgebung

La Paz - Umgebung

La Paz - Umgebung

La Paz liegt in einem Kessel auf einer Hoehe zwischen 3.100 und 4.100 Metern zusammen mit der Zwillingsstadt El Alto und ist damit der hoehste Regierungssitz der Erde. Der Flughafen befindet sich in El Alto und ist einer der hoechstgelegenen Verkehrsflughafen der Welt. Aufgrund der duennen Luft muessen Flugzeuge hier mit wesentlich hoeheren Geschwindigkeiten starten und landen.

Der suedliche Teil der Stadt liegt wesentlich tiefer als das Zentrum, ist waermer und deshalb bei der wohlhabenderen und helleren Bevoelkerungsschicht sehr beliebt. Es herrschen Vorbehalte vor der indigenen Bevoelkerung, die soweit gehen, dass diese teilweise Kneipen im suedlichen Teil der Stadt nicht betreten darf und wie wir durch Unterhaltungen herausgefunden haben, das eigene Land nicht bereist aus Angst vor Uebergriffen.

Das Stadtbild ist nicht sehr einheitlich. Waehrend im Zentrum moderne Hochhaeuser stehen, erstrecken sich an den Haengen Wellblechhuetten.
La Paz - Ausblick von El Alto

La Paz - Ausblick von El Alto

La Paz - Haeuser

La Paz - Haeuser

La Paz - Gasse

La Paz - Gasse

La Paz - von der Bruecke

La Paz - von der Bruecke

La Paz - Strassenbild

La Paz - Strassenbild

La Paz - Ueberblick

La Paz - Ueberblick

Kulinarisch kann man es in der Stadt aushalten. Man findet Baeckereien, die sehr feines Suessgebaeck zaubern. Auf dem Markt kommt man zu gutem und guenstigen Obst wie zu leckeren gegrillten Wuerstchen. In einem schweizer Lokal nahmen wir das angeblich hoehste Kaesefondue der Erde zu uns.

Man findet einen riesigen Textil- Obst- und Gemuesemarkt und nicht weit davon einen Ramsch-, Schwarz- und Diebesmarkt. Auf dem Hexenmarkt findet man allerlei unbekanntes. Das befremdlichste sind jedoch sicherlich die getrockneten Lamafoeten. Diese werden beim Hausbau in die vier Ecken des Hausen eingemauert und sollen so Glueck bringen.

Es herrscht reges Getuemmel von Marktschreiern und Leuten, die versuchen ihre Colectivos (ein lokales stets ueberfuelltes aber dafuer sehr guenstiges Sammeltaxi) zu fuellen. In etwas weniger bevoelkerten Gegenden sitzen Schlosser, Panfloetenbauer Schuhmacher und Kupferschmiede. Auch moderne Outdoorgeschaefte sind zu finden, in denen ich guten Ersatz fuer meine in Uyuni verlorene Softshelljacke fand. Allgemein ist das Strassenbild jedoch von Schuhputzern und Bettlern gepraegt, die mit Coca gefuellten Wangen die Geste zum Handausstrecken bereits in frueher Kindheit gelernt haben.

Das wohnzimmergrosse Coca-Museum ist weltweit das groesste Coca Museum. In ihm wird die Geschichte der Coca von ihren Anfaengen als Bestandteil kultischer Riten bis hin zur Verwendung in der modernen Medizin und als Rohstoff fuer Kokain erleutert. den Besuch fand ich sehr interessant.
La Paz - Lamafoeten auf dem Hexenmarkt

La Paz - Lamafoeten auf dem Hexenmarkt

La Paz - Schuhputzer

La Paz - Schuhputzer

La Paz - bettelnde Frau

La Paz - bettelnde Frau

La Paz - Menschen

La Paz - Menschen

La Paz - Leute auf der Strasse

La Paz - Leute auf der Strasse

 
Nicht besucht haben wir die Gefaengnisstadt San Pedro. Diese liegt inmitten La Paz und ist vermutlich das ungewoehnlichste Gefaengnis der Welt. Urspruenglich war es als Maennergefaengnis fuer 380 Insassen konzipiert. Heute leben hier ganze Familien mit etwa 1300 Personen darunter 200 Kindern. Das Gefaengnis steht unter eigenen Verwaltung und wird durch einen gewaehlten “Praesidenten” kontrolliert. Wachpersonal sichert nur den Zutritt zum abgesperrten Strassenblock. Es heisst, dass Verbrechen innerhalb der Gefangnisanlage sehr konsequent geahndet werden und ein Vergewaltiger am kommenden Tagen erstochen in der Gasse gefunden wird. Die Gefangengen besitzen innerhalb der Anlage eigene Unerkuenfte, Restaurant und Laeden oder sind Angestellte reicherer Gefangener. Zur Finanzierung erhalten alle Gefangen vom Staat eine Art Gehalt – hier Fuss fassen kann natuerlich nur der, der Zugriff auf andere Geldquellen hat.

Wir besuchten die 70 km entfernt gelegene praekolumbianische Kulturstaette Tiwanaku, die seit 2000 UNESCO-Weltkulturerbe und eine der bedeutendsten Ruinenstaette Boliviens ist. Hier ist die Freigabe von Touristen zum Abschuss offiziell. Als Auslaender zahlt man den voellig aberwitzigen Betrag von 80 Bolivianos (8 Euro) als Eintritt, waehrend Einheimische mit 10 Bolivianos zur Kasse gebeten werden. Waere die Anreise mit dem Colectivo nicht so anstrengend gewesen, waeren wir direkt wider zurueck gefahren. Fuer das Eintrittsgeld erhaelt man weder eine Karte der flaechenmaessig grossen Anlage, noch gibt es eine Ausschilderung auf dem Gelaende. Die Ruinen sind nicht im Ansatz freigelegt und befinden sind zu 99% unter der Erde. Das bekannte Sonnentor entpuppt sich als kaputtes Tuerchen, es herrscht Fotografierverbot und in den Toiletten steht die Seuche bis zu den Knoecheln. Insgesamt also eine wahre Lachnummer.

Nachdem Karsten von seiner Dschungeltour mit dem Flieger aus Santa Cruz kam, verbrachten wir noch einen gemeinsamen Tag in La Paz. Steffi und Viola sind bereits an den Titicaca-See aufgebrochen. Trotz unserer bereits langen Adaption an die Hoehe machte uns Treppensteigen und jegliche koerperliche Betaetigung immernoch gewisse Schwierigkeiten. Kaum ging man ein paar Stufen, setze sofort Kurzatmigkeit und ein hoher Puls ein.

Die Regenzeit hat bereits vor einigen Wochen begonnen. Als wir am letzten Abend mit dem Taxi zurueck zum Hostel fuhren, schuettete es ohne Erbarmen. Die Strassen standen unter Wasser. Die fehlende Kanalisation sorgte dafuer, dass das Wasser die steilen Strassen herbschoss und mit einer derartigen Wucht auf herumliegende Steine knallte, dass es von diesen senkrecht nach oben umgelenkt bis zu 1,50 Meter in die Luft schoss. Das Taxi bog in unserer Strasse ein. Das Wasser unterspuelte die wenigen Kanaele derartig, dass sich plotzlich vor unserem Auto die Strasse auftat. Ein Kanal ist eingestuerzt. Ohne etwas dagegen tun zu koennen fielen wir mit der Hinterachse in das sich auftuende Loch. Es ging nun weder vor noch zurueck. Bei stroemendem Regen hievten wir mit Karsten das Heck des Fahrzeuges aus dem Kanal. Erst am kommenden Tag konnten wir das Ausmass des Einbruchs betrachten. Das Kopfsteinpflaster war voellig unterspuelt. Wir hatten am Vortag offenbar viel Glueck, dass wir beim Rausheben des Autos nicht mit eingebrochen sind.
La Paz - Kanaleinbruch

La Paz - Kanaleinbruch

Wir brachen auf in Richtung peruanischer Grenze.
 

Sucre / Boliviens Hauptstadt

Written by Sylwester Kras on January 23rd, 2010
Ueber die Silberminenstadt Potosí fuhren wir auf einer der wenigen asphaltierten Strassen des Landes weiter nach Sucre. Fast jedes zweite Haus, die Strasse, selbst das staatliche Mauthaeuschen waren bemalt oder beklebt mit Wahlwerbung fuer Evo Morales.

Nach unseren Abenteuern auf dem hoch gelegenen Salar de Uyuni kam uns Sucre mit den verhaeltnismaessig angenehmen 2800 m ueber Null sehr entspannend vor. Unzweifelhaft war dies ein Ort, den man als Stadt bezeichnen konnte und fuer uns eine nette Abwechslung nach der Atacama-Wueste und dem graesslichen Oertchen Uyuni.

Sucre ist die konstitutionelle Hauptstadt von Bolivien, waehrend der Regierungssitz in La Paz ist. Die Altstadt besitzt bis heute Gebaeude aus der spanischen Kolonialzeit und ist seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO. Abgesehen von der spanischen Architektur bietet die Stadt jedoch sehr wenig.
Sucre - Ueberblick

Sucre - Ueberblick

Sucre - Menschen auf der Strasse

Sucre - Menschen auf der Strasse

Sucre - Strassenbild

Sucre - Strassenbild

Vieh auf den Strassen

Vieh auf den Strassen

Sehr gefallen hat uns der grosse Markt mit buntem leckerem Obst, Gemuese und fast allem was man sonst so benoetigt.
Sucre - Markt

Sucre - Markt

Sucre - Markt

Sucre - Markt

sucre-markt-04-kl
Sucre - Leckereien auf dem Markt

Sucre - Leckereien auf dem Markt

Nicht weit von Sucre findet man das Castillo de la Glorieta. Ohne Ruecksicht auf das Budget der Prinzessin Glorieta konnte sich der Architekt Camponovo nach seiner Inspiration in Europa hier mit Renaissance, Gotik und Jugendstil verewigen.
Castillo de la Glorieta

Castillo de la Glorieta

Ausser, dass wir in Sucre das erste mal Schwierigkeiten mit unser heissgeliebten DKB (Deutsche Kreditbank – Siehe blog) bekommen haben, als Heikes Visa-Karte von einem Automaten geschluckt wurde verlief unser Aufenthalt hier ohne weiteres Aufsehen. Sehr positiv ist uns die Qualitaet der internationalen Kueche wie auch der bolivianischen Weine aufgefallen. Nachdem Heike ihre Karte wieder hatte brachen wir nach La Paz auf.