Salar de Uyuni / Bolivien

Written by Sylwester Kras on January 18th, 2010
Wir erreichten Uyuni zwei Tage vor Karsten, der aufgrund von Flugausfaellen, von Frankfurt, ueber Madrid, Lima nach La Paz und von dort aus mit dem Bus nach Uyuni einen Tag spaeter ale geplant ankam.

Obwohl er in Madrid von Taschendieben um 70 Euro erleichtert wurde und nach der langen Reise wahrlich am Ende sein sollte, schlug er sich ganz ausgezeichnet und schien auch die Hoehe von 3.670 m ueber Null recht gut wegzustecken.

Uyuni ist durch die Naehe zum Salar de Uyuni, dem groessten Salzsee der Welt, bekannt.

Nicht weit von Uyuni findet sich ein Zugfriedhof auf dem uralte Dampfloks und Waggons ihren Frieden suchen. Einer der Zuege soll einst von Sundance Kid und Butch Cassidy ausgeraubt worden sein.

Uyuni Hauptplatz

Uyuni Hauptplatz

Uyuni - Menschen

Uyuni - Menschen

Uyuni Grill

Uyuni Grill

Zugfriedhof

Zugfriedhof

Im Bus lernten wir Viola und Steffi aus Deutschland kennen, mit denen wir ab jetzt fuer die kommenden vier Wochen unterwegs sein sollten. Recht schnell fanden wir einen Veranstalter, der vertrauenerweckend genug schien, mit uns einen drei Taegigen Ausflug ueber den Salar de Uyuni bis zur Sol de Mañana und den zahlreichen Lagunen zu unternehmen. Zusammen mit Karsten, Viola, Steffi und dem Fahrer waren wir nun sechs Leute, die in einem Landcruiser Platz fanden und gemeinsam die etwa 1.000 km zuruecklegen sollten.
Landcruiser auf der Salzflaeche

Landcruiser auf der Salzflaeche

Die Salzflaeche des Salar ist mit 12.000 km² die groesste Salzwueste der Erde. Unter der bis zu sieben Meter dicken Salzkruste vermutet man bis zu 5,4 Millionen Tonnen an Lithium. Weswegen bisher keine ernsthafte Foerderung dieses kostbaren Alkalimetalls eingeleitet wurde ist schleierhaft. Die Armut in Bolivien scheint noch nicht hinreichend grosse Ausmasse angenommen zu haben, so dass man anfaengt das eigene Schicksal in die Hand nehmen zu wollen. Zumindest hat 2007 der Praesident den Auftrag zum Bau einer Pilotfabrik zur Lithium-Gewinnung aus dem Salar in Auftrag gegeben.

Die Ebene und die Horizontlinie auf dem flachen See erlauben es diverse perspektivische Spiele zu unternehmen:
ich - Spiel mit der Perspektive (Danke an Karsten!)

ich - Spiel mit der Perspektive (Danke an Karsten!)

Karsten - Spiel mit der Perspektive

Karsten - Spiel mit der Perspektive

Wir fuhren durch die Siloli-Wueste, in der man spektakulaere Felsformation findet. Eine Hauptsehenswuerdigkeit ist der Árbol de Piedra (Steinbaum). Reisefuehrer und andere Quellen suggerieren, dass es sich hierbei um einen 2 Mio. alten versteinerten Baum handelt. Eine Quelle, die das belegt habe ich nicht gefunden, so dass wir davon ausgehen, dass es sich um einen ganz natuerlichen Felsen handelt.
Árbol de Piedra

Árbol de Piedra

Felslandschaft

Felslandschaft

An den Lagunen wimmelt es nur so von Leben. Hier sind drei der insgesamt fuenf Flamingoarten der Welt heimisch. Das hohe Vorkommen von Borax scheint die Tiere nicht zu stoeren. Ebenfalls sieht man Vicuñas durch die seichten Lagunen ziehen.
Vicuñas und Flamingos

Vicuñas und Flamingos

Flamingo beim Abheben

Flamingo beim Abheben

Flamingo im Spiegel

Flamingo im Spiegel

Flamingos

Flamingos

Je nach chemischer Zusammensetzung des Wassers unterscheidet sich die Faerbung. Wir bestaunten die Laguna Blanca und die Laguna Colorada, die angeblich erst gegen Mittag ihre Faerbung in das intensive rostbraun wie auf dem Foto wechselt. Eine weitere Lagune ist die Laguna Verde, die wir aufgrund von Interessenkonflikten zwischen uns und dem Fahrer nicht zur Gesicht bekommen haben – dazu spaeter.
Laguna Blanca

Laguna Blanca

Laguna Colorada

Laguna Colorada

Die erste Nacht verbrachten wir auf einer Hoehe von 4.300 Metern ueber Null und passiertem am kommenden Tag einen Pass auf 5.000 Metern. Die zweite Nacht sollte die hoechte auf unserer gesamten Reise werden. Auf einer Hoehe von 4.600 Metern schliefen wir in einer Unterkunft, die aus Salz gebaut wurde. Der Landcruiser wurde via Schlauch mit mitgenommenem Diesel bedankt.
Salzhotel

Salzhotel

Tankstopp

Tankstopp

Am kommenden Morgen brachen wir um 5:00 Uhr auf, um einen spritzenden Geisier am Sol de Mañana zu bewundern. Daneben liegt eine unwirkliche Vulkanlandschaft, die unter grossem Gestank Schwefeldampf und andere Gase an die Oberflaeche drueckt. Um sich von den Strapazen etwas zu erholen nahmen wir ein Bad in einer heissen Schwefelquelle.
Schwefeldampf

Schwefeldampf

Heisse Quellen

Heisse Quellen

Nach drei Tagen wieder in Uyuni angekommen wollten wir direkt zu fuenft mit dem Bus in die Hauptstadt / Sucre fahren. Doch es kam alles anders.

Nicht, dass wir durch die 3 Tage Offroad alle ein wenig geschafft waren, waren wir auch durch unseren Fahrer genervt. Dieser besass eine einzige Musikkassette mit Musik der 80er Jahre, welche er ununterbrochen 1.000 km lang spielte. Kommunikationsversuche mit ihm endeten darin, dass er eine kurze patzige Antwort von sich gab um danach die Lautstaerke der Kassette zu erhoehen. Ueberhaupt hatte wir das Gefuehl, dass er so schnell wie moeglich wieder in Uyuni sein wollte und so schnell wie moeglich mit uns die Stationen abfahren wollte. Interessanterweise schien das kein Einzelfall zu sein. Auf dem Ausflug sprach ich mit zwei Touristen aus zwei anderen Gelaendewagen, die ebenfalls voellig am Ende waren. Auch sie wurden 3 Tage lang mit einer einzelnen Kassette der 80er maltraetiert.

In Uyuni hoerten wir dann von einem Ausflug auf die Salzflaeche bei dem offenbar irgendetwas dem Fahrer nicht passte und dieser die ganzen Insassen ohne Nahrung und Unterkunft einfach an einer Lagune zuruckgelassen hat und alleine 300 km zurueck nach Uyuni fuhr. Auch dies scheint kein bolivianischer Einzelfall zu sein. Aehnliches ist Karsten einige Tage spaeter im Dschungel bei Santa Cruz passiert, wo der Reisefuehrer am vierten und letzten Tag der nicht billigen US$ 600,- teuren Exkursion einfach nicht mehr erschienen ist.

In Uyuni wollten wir nur noch am Agenturbuero meine Jacke abholen und dann zum Busterminal laufen. Die Jacke habe ich in Bewunderung der Lagunenlandschaft in einer Bar auf dem Stuhl haengen lassen. Zwei Tage war ich mit unserem Fahrer in Kontakt, der immer wieder funkte und mir letztendlich nach einen Telefonat mit dem Agenturbuero versichert hat, dass die Jacke gefunden wurde und ich diese am letzten Tag unseres Ausfluges um 18:00 im Agenturbuero abholen koenne. Haette er mir erzaehlt, dass ich fuer meinen Klamotten selbst verantwortlich bin und nun wohl ohne Jacke weiter reisen muss, waere ich ihm sicherlich nicht boese gewesen. Schliesslich war es meine eigene Schuld.

Zuerst waren wir etwas verstoert als um 18:00 die Tuer des Bueros verschlossen war. Mit der Zeit sammelten sich immer mehr Menschen um das Buero, die teilweise ihr ganzes Gepaeck und ihre Paesse dort deponiert haben und gebuchte Weiterreisen hatten. Ein junger Japaner hatte einen Zuganschluss nach La Paz und von dort einen Flug nach Cusco um am folgenden Tag den seit Monaten gebuchten und mit schweren US Dollarn bezahlten Inca Trail anzutreten. Ihm hat man auch versichert, er koenne seinen Pass und sein Gepaeck um 18:00 abholen. Wir selbst hatten die Bustickets nach Sucre bereits vor der Exkursion zum Salar gekauft und warteten nun bis die Tuere geoeffnet wurde und wir meine Jacke mitnehmen konnten.

Fuer uns war die Sache recht entspannt. Unsere Paesse und unser Gepack hatten wir. Wir haetten den Bus nach Sucre nehmen koennen – durch das Zuruecklassen meiner Jacke haette ich den Preis fuer meine Schusseligkeit bezahlt. Auf der anderen Seite hatten wir jedoch genuegend Zeit um abzuwarten bis das Buero wieder oeffnet und hoffentlich meine Jacke hat. Wir beschlossen zu warten. Waehrend Karsten und die beiden Maedels nach Sucre gefahren sind, harrten wir aus und liessen unser Busticket verfallen.

Mittlerweile war ich recht sauer. Um die Jacke ging es mir nicht mehr. Vielmehr um die Tatsache wie man garantieren kann, dass ich diese hier abholen kann und dann das Buero verschlossen ist. Dies obwohl unser Fahrer mit dem Buero zwei Stunden vor unserer Ankunft telefonoiert hat. Die versammelte Meute hatte groessere Probleme mit hohem Finanzrisiko, so dass man mit dem Aufbrechen der Tuer begonnen hat. Die boliviansiche Schliessvorrichtung konnte den Attacken nicht laenger als 5 Minuten standhalten. Die Aussicht wegen Einbruchs einen bolivianischen Knast von innen kennenzulernen schreckte dann aber doch ab, das Innere des Buero genau zu inspizieren.

30 Minuten nachdem unser Bus abgefahren ist, erschien die Buerodame und oeffnete das mittlerweile wieder notduerftig zusammengeflickte Schloss. Zuerst liessen wir denen Vortritt, die noch eine Chance hatten ihren Anschluss zu bekommen. Danach konfrontierte ich sie mit meinen Vorwuerfen und was denn das hier fuer eine Organisation und ein Umgang sei. Nachdem sie sagte, sie wisse nichts von einer Jacke, waren wir froh, dass ein Brasilianer bei der Uebersetzung gewisser Machtwoerter behilflich war. Er selbst hat zuvor vor der Tuer gewartet und war voellig ausser sich kurz davor die Tuer einzutreten. Beruhigt hat er sich nur selbst dadurch, dass er immer wieder wiederholte, dass Bolivien im Vergleich zu Paraguay die Schweiz sei. In Paraguay lebte er mit seinem Vater fuer einige Jahre.

Die Dame telefonierte mit dem Fahrer, welcher sich bereiterklaerte in einer halben Stunden im Buero zu erscheinen. Von der Jacke habe ich mich nun entgueltig verabschiedet. Wer mich jedoch kennt, weiss dass ich soetwas nicht stehen lasse. Ich wollte keine Jacke mehr sondern wissen, wie es es dazu kommt, dass man mir garantiert, dass meine Jacke um 18:00 im Buero sein wird und dieses dann geschlossen ist. Noch dazu, wie es kommt, dass im Buero die Dame von nichts weiss obwohl zahlreich gefunkt und telefoniert wurde. Zudem wollte ich Schadensersatz fuer das verfallene Busticket nach Sucre. Ob der Verlust der Jacke nun eigenverschuldet war oder nicht – die Reiseagentur garantierte mir, dass ich um 18:00 meine Jacke abholen kann und war in Kenntnis darueber, dass wir einen Anschluss um 19:10 haben.

Es stellte sich heraus, dass sich unser Fahrer auf eine Aussage eines unbekannten Fahrers verlassen hat, der angeblich die Jacke gefunden hat und sie nach Uyuni bringen wollte. Dass unser Fahrer trotz mehrfachem funken weder den Fahrzeugtyp noch den Namen des anderen Fahrer kannte, grenzte fuer mich an unmessbare Unfaehigkeit. Vermutlich war es weniger der Trotz, nun zu versuchen die eigenen Forderungen nach Ersatz der 7,- Euro fuer das Ticket nach Sucre ersetzt zu bekommen, als die Neugier wie solche Sachen in diesem Land geregelt werden, die mich dazu bewegt hat, das erscheinen der Polizei zu fordern. Durch so etwas lernt man erst wirklich das System diesen Landes und die hiesigen Methoden kennen dachte ich mir. Ich betrachtete es ab nun als kleines Spiel mit der bolivianischen Exekutive.

Es erschien ein Polizeibeamter. Als er alle im Raum mit Handschlag begruesste nur uns zwei wie Luft behandelte, war mir klar wie das Spiel hier laufen wird. Ich preschte vor und reichte ihm freundlich die Hand und ihm zu zeigen, dass einzig und alleine ich derjenige bin, weswegen er hier erschienen ist und es vielleicht angemessen sei auch mich zu begruessen. Danach schilderte ich ihm die Lage und erklaerte, dass ich keine Ersatz fuer meine Jacke verlange, sondern vielmehr Ersatz fuer das Busticket. Er schien die Sachlage zu verstehen und bat das verfallene Ticket zu zeigen. Er stellte fest, dass dieses mit umgerechnet 7,- Euro pro Person um 50% ueberteuert sei. Vor einigen Tagen hat man uns bei der Busgesellschafft offenbar uebers Ohr gehauen. Er sagte er keonne nun hier nichts machen. Wir mueesten zusamman mit dem Fahrer an die Polizeidienststelle und dort die Lage erneut schildern. Mittlerweile war es gegen 22:00.

Unser Fahrer fuhr mit seinem eigenen Fahrzeug zur Polizeidienststelle, waehrend wir zum Polizeipickup begleitet wurden. Die Freundlichkeit der Beamten empfanden wir als nicht vorhanden. Im Auto sitzend wurde der Versuch Smalltalk zu fuehren mit Schweigen tot gemacht. Ich nahm die Sache mittlerweile mit Humor und als Abenteuer in der Nacht mit einem bolivianischen Polizeiauto durch die Stadt zu fahren. Heike haette gerne darauf verzichtet.

Unser ganzer Aufenthalt an der Polizeidienststelle grenzte am Kabarett. Hinter einem grossen Schreibtisch sass ein Beamter, der sich unsere Geschichte nicht richtig anhoeren wollte. Viel mehr wetterte er rum und kluengelte ab und an mit unserem Fahrer. Unsere Aufforderung sich doch bitte unsere Geschichte ganz anzuhoeren und sich bitte deutlich und langsam auzudruecken nahm er nicht ernst. Personalien wurden nicht aufgenommen. Waehrend der “Vernehmung” verschwand unser Fahrer ganz – kurz danach alle Beamten, die offenbar mal kurz in die Stadt mussten um kurz danach irgend einen armen Schlucker in das Buero zu schleppen. Dann ging es weiter. Immer wieder fragte er mich was die Jacke denn Wert sei und ich erklaerte ihm, dass es mir nicht um die Jacke geht, sondern um das Busticket, welches zudem auch noch ueberteuert war, was jedoch eine andere Geschichte sei. Der Beamte sprach sein Schlusswort: Die um 18:00 verschlossene Tuer des Bueros war fuer mich als Zeichen zu deuten, dass sich meine Jacke nicht im Buero befindet. Daher war der Bus nach Sucre zu nehmen. Es gibt keinen Schadensersatz. Und ueberhaupt handelt es sich um eine Touristensache. Dafuer gibt es eine spezielle Behoerde, die aber erst in zwei Tagen wieder arbeitet.

Ich musste mich wirklich beherrschen nicht los zu lachen. Ob fuer die anderen Wartenden die Tatsache, dass die Tuer verschlossen war, als Zeichen zu deuten war, dass sie ihre Paesse nicht mehr bekommen, wollte ich aber nicht mehr fragen. Ich wollte ins Bett – es war spaet.

Wir verliesen die Polizeidienststelle und hofften nun wieder mit vernuenftigen Menschen zu tun zu haben. 5 Minuten spaeter standen wir in einem Hostel, in dem der Rezeptionist uns versucht hat den Preis fuer ein Doppelzimmer pro Person und nicht pauschal fuer das Zimmer abzuknoepfen. Das konnte ich ihm dann doch noch ausreden. Am naechsten Morgen kauften wir bei einer Strassenhaendlerin zum Fruehstueck Salteñas. Ich frage sie ob diese denn wirklich 4,50 Bolivianos pro Stueck kosten sollen, da mir der Preis doch etwas hoch vorkam. Wie wir es schon kannten bestaetige sie es. Es scheint hier so zu sein, dass ein einmal genannter Preis auf keinen Fall revidiert wird. Eine Ecke weiter kauften wir erneut Salteñas bei einer anderen Strassenhaendlerin. Hier kosteten sie ploetzlich 2,50. Wir sind wieder auf die Schippe genommen worden.

Wir liefen zur Busagentur um nun endlich nach Sucre zu fahren und uns mit den anderen zu treffen. Hier gab es das letzte Huehnchen zu rupfen. Wir zeigten der Dame unsere ueberteuerten Tickets und fragten sie was das denn solle? Wie gewohnt passierte das, was hier immer zu passieren scheint. Ein einmal genannter Preis wird nicht revidiert. Sie sagte, dass dies der korrekte Preis fuer das Ticket sei. Neben mir hielt ein Herr ein Ticket in der Hand auf dem der halbe Preis stand. Ich sagte der Dame, dass ich gestern bei der Polizei gewesen sei, und dass ich diese auch gerne hierher kommen lasse. Aufgeregt rief sie die Chefin, die sich an die erste Direktive hielt. Ein einmal genannter Preis wird nicht revidiert. Dennoch bekamen wir etwas spaeter einen Rabatt auf das Ticket, das wir neu kauften mussten.

Trotz der schoenen Aussichten auf dem Salar und an den umliegenden Lagunen haetten wir uns diesen Ausflug sparen koennen – Die Salzflaeche in Argentinien (Salinas) ist nicht weniger beeindruckend. Auf eine Stadt in der man sein Busticket unter Polizeiandrohung kaufen muss, kann man verzichten. Wer sich in dieser Region aufhaelt und die Moeglichkeit hat, den Salar de Uyuni von San Pedro de Atacma in Chile zu besuchen, sollte diese Chance nutzen! Unerwaehnt blieben in diesem Bericht die Erfahrungen in den Restaurants, die wir nach 15 Minuten verliessen, da wir nicht bedient wurden oder die an die Dusche haemmernden Hostelbetreiber, die einem nackten Mann in die Tasche greifen wollen um die 10 Bolivianos fuer das Duschen abzunehmen und offenbar nicht warten konnten bis man fertig ist und freiwillig das Geld bezahlt. Die uns auf unserer bisherigen Reise staending entgegengebrachte Freundlichkeit haben wir an diesem Ort voellig vermisst.
 

Transfer nach Bolivien

Written by Sylwester Kras on January 5th, 2010

Nach den unvergesslichen Eindruecken der Atacama Wueste bereiteten wir unseren Aufbruch nach Bolivien vor. Wie es der Zufall wollte fiel unser geplante Termin auf den 6. Dezember, was zum einen mein Geburtstag und zum anderen der Wahlsonntag in Bolivien war. Urspruenglich planten wir von San Pedro mit einem Allradfahrzeug bis zum am Licancabur-Vulkan gelegenen Grenzposten zu fahren und dort auf einer Hoehe von 4.500 m auf einen Transport aus dem sieben Stunden entfernten Uyuni zu hoffen. Man versicherte uns, dass ausserhalb der bolivianischen Wahlen hierfuer die Chancen recht hoch seien. Am Wahlsonntag sei es jedoch fast ausgeschlossen, dass sich ein bolivianisches Allradfahrzeug in diese Region verirrt. Zuerst wollten wir es wagen und im Falle, dass wir keinen Anschluss bekommen den Weg wieder zurueck nach San Pedro fahren um es am kommenden Tag erneut zu versuchen.
Diesen Plan machten jedoch die juengsten Meldungen des auswaertigen Amtes zunichte. Nach diesen wurden die Einreisekontrollen nach Bolivien insoweit verschaerft, dass geprueft wird, dass jeder EU-Buerger nur einmal pro Jahr ins Land einreisen darf. Fuer uns hiesse das, dass wir im Falle des fehlenden Anschlusses nach Uyuni, in der grenznahen Heerberge auf 4.500 Metern ohne Verpflegung solange ausharren muessten, bis der erste Transport aus Uyuni eintreffen wuerde. Auf dieses ungewisse Abenteuer verzichteten wir.

Am Sonntag fuhren wir mit einem regulaeren Bus nach Calama/Chile um am kommenden Morgen mit einem Bus ueber eine halbwegs befestigte Strasse nach Bolivien einzureisen. Calama gilt mit ihren 0 mm Niederschlag pro Jahr als der trockenste Ort der Erde. Es handelt sich um ein trostlose Stadt, die fast ausschliesslich von Minenarbeitern bewohnt wird, die in Chuquicamata – der groessten Kupfermine der Welt – ihr schweres Einkommen verdienen.

Vorort Calama / Chile

Vorort Calama / Chile

Minenstadt Calama/Chile bei Nacht

Minenstadt Calama/Chile bei Nacht

Hier verbrachten wir nun meinen Geburtstag. Die um einen Tag verschobene Einreise nach Bolivien hatte jedoch auch etwas Gutes. Bei unserer letzten Brasilienreise trafen wir ein Paerchen, welches bei den letzten Wahlen in La Paz fuer zehn Tage festsassen. Demonstranten blockierten alle Ausfahrtsstrassen und bekraeftigten ihre Demonstration durch das Umherwedeln von Dynamitstangen. Durch unseren Aufenthalt in Calama konnten wir zumindest den Wahlabend abwarten und sehen was in Bolivien passiert. Erfreulicherweise verliefen die Wahlen ohne grosses Aufsehen. Der Amtsinhaber Evo Morales wurde im Amt bestaetigt.

Ueber eine 3.600 Meter Hohe Passstrasse erreichten wir den bolivianischen Grenzposten und befanden uns nun auf einem neuen Abschnitt unserer Reise.

Bolivianischer Grenzposten

Bolivianischer Grenzposten

Bolivianischer Grenzposten

Bolivianischer Grenzposten

Wir waren recht verstoert, als der bolivianische Stempler eine junge Reisende anbruellte, die auf die Frage, wieviele Tage sie denn in Bolivien verbringen wollte, nicht promt die Standardantwort “¡Noventa dias Señor!” parat hatte. Die uns hier gebotene Freundlichkeit paarte das Empfangskomitee mit dem Fehlen jeglicher Organisation auf dem Grenzposten. Es schien als wuerde man den Preis fuer den Stempel mit jedem Reisenden neu verhandeln. Eine Quittung oder ein Aushang, der ueber die Gebuehren aufklaert fehlte.

Nach der Grenze wechselten wir den chilienischen Bus gegen einen bolivianischen und fuhren durch Sandpisten in Richtung Uyuni. Befestigte Strassen sind selten in Bolivien. Insgesamt ist das bolivianische Strassennetz als katastrophal zu bezeichnen. Von den etwa 55.000 km Pisten sind nur in etwa 3.000 bis 5.000 km geteert. Bei den restlichen Abschnitten muss man teilweise ein gewisses Gespuer dafuer haben zu erraten wo denn die Strasse nun weitergeht.

Bolivien ist das aermste Land Lateinamerikas. Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner betrug im Jahre 2006 1.153 US-Dollar. Zwei Drittel der Bevoelkerung leben in Armut, 40 Prozent in extremer Armut. Gleichzeitig ist Bolivien reich an Vorkommen von Erdgas, Lithium, Borax, Silber, Zinn, Zink, Blei, Kupfer, Wolfram, Silber, Gold, Antimon und Eisen.

Bolivien Strassenbild

Bolivien Strassenbild

Bolivien Strasse

Bolivien Strasse

Bolivien Siedlung

Bolivien Siedlung

Eine medizinische Versorgung ist in den Staedten gewaehrleistet. Auf dem Land gibt es kaum Zugang zum Gesundheitssystem. Die mittlere Lebenserwartug liegt bei 65 Jahren. In Bussen und auf den Strassen sieht man Menschen, die ihre Wunden notduerftig mit Zeitungspapier oder Coca-Blaettern verbinden.

Als Teil des alten Inka-Imperiums ist Bolivien hauptsaechlich durch indigene Gruppen bevoelkert. Quechua und Aymara stellen zusammen die Mehrheit.

bolivianische Frau

bolivianische Frau

Bolivien ist in etwa drei mal so gross wie Deutchland. Mit einer Bevoelkerungsdichte von 8,6 Menschen/qm (in D 228) ist es der am duennsten besiedelte Staat in Lateinamerika. Amtssprachen sind Spanisch, Quechua, Aymara und Guaraní.

Waehrend der Zeit der Unabhaengigkeit gab es etwa 200 gewaltsame Machtwechsel. Heute fuehrt der aus einfachen Verhaeltnissen kommende Evo Morales das Land. Mit 64% der Stimmen bei den Wahlen im Dezember 2009 uebertraf er das Ergebnis von 2005 deutlich.

Faehrt man mit Ueberlandbussen durch das Land, faellt auf wie die Insassen achtlos ihren Muell aus den Busfenstern werfen. Eine typische bolivianische Landschaft gleicht daher Muellbergen, die lediglich durch Schweine in Schach gehalten weren, die die Strassengraeben nach essbarem durchsuchen.

Muelllandschaft in Bolivien

Muelllandschaft in Bolivien

 

Atacama-Wueste und Valle de la Luna / Chile

Written by Sylwester Kras on January 2nd, 2010

Nach sieben Wochen Aufenthalt in Argentinien mit kurzen Unterbrechungen in Chile verliessen wir dieses abwechslungsreiche Land nun entgueltig um das letzte Mal in Chile einzureisen. Unser Aufenthalt in Argentinien hat unserer Erwartungen wirklich uebertroffen. Egal wo wir hinkamen, begegnete man uns mit Freude und Offenheit. Die freundlichen Menschen, die abwechslungsreiche Pampa, das weite Patagonien und das kalte Feuerland wie auch die fabelhaften Staedte hinterlassen einen bleibenden Eindruck in unserer Erinnerung.

Nach der Ausreise aus Argentinien fuhren wir zwei Stunden durch Niemandsland um den chilenischen Grenzposten in San Pedro de Atacama zu erreichen. Da es bereits unsere dritte Einreise nach Chile war (nach dem Kreuzen der Magelanstrasse zwecks Erreichen von Feuerland und unserem Abenteuer an den Torres del Paine) wussten wir bereits recht genau was uns an der Grenze erwartet. Die Einreise nach Chile verlaeuft nicht immer problemlos. Am Grenzposten hat man mit komplettem Gepaeck zu erscheinen. Auf einem Formular hat man via Unterschrift zu bestaetigen, dass man kein Gepaeck im Bus zurueckgelassen hat. Zudem ist ein Selbstauskunftsformular zu unterschreiben in dem man alle mitgefuehrten Lebensmitteln deklariert. Die Einfuhr von Obst, Gemuese und Fleisch ist streng verboten. Wir hoerten Geschichten von Reisenden, die fuer den Schmuggelversuch eines Apfels eine Strafe von US$ 200,- zahlten. Deklariert man sein Obst, so muss man es am Grenzposten restlos verzehren oder die Grenze wieder verlassen und das Obst im anderen Land entsorgen. Das das Gepaeck durchleuchtet und in der Regel durch Hunde beschnuppert wird, ist es ratsam sich nicht erlaubter Dinge vor Ankunft an der Grenze zu entledigen.

Grenze in der Atacama

Grenze in der Atacama

Wir staunten nicht schlecht, als wir den Oasenort San Pedro de Atacama erreichten. In der Luft befindet sich staendig schwebender Sand, was das Licht in ein mystisches rot faerbt. Am Horizont stehen prachtvolle Vulkane. Die Bebauung im Ort ist sehr einfach. Wir waren wiedereinmal verwundert an welche entlegenen Orte es Menschen verschlaegt.

Vulkanlandschaft vor San Pedro de Atacama

Vulkanlandschaft vor San Pedro de Atacama

Vulkanlandschaft vor San Pedro de Atacama

Vulkanlandschaft vor San Pedro de Atacama

Die verhaeltnismaessige niedrige Hohe von 2.443 Meter ueber dem Meeresspeigel sollte der Beginn unserer Akklimatisierung fuer die kommenden Wochen sein in denen wir ueber 5.000 Meter Hohe Passstrassen kommen wollten. Zu schaffen gemacht hat uns die relative Luftfeuchtigkeit von 0%. In diesem Klima scheinen sich die Nasenschleimheute bereits nach drei Tagen vollstaendig abzubauen, was zu schmerzenden und blutenden Nasen fuehren kann.

Wir verbrachten einige Tage in einem einfachen Hostel, das von dem indianisch aussehenden Roberto und seinen Eltern betrieben wird. Das besondere Aussehen von Roberto, der sein eigenes Indianerportrait als Taetovierung auf der Schulter traegt veranlasste mich dazu ihn auf ein spontanes Fotoshooting einzuladen.

Roberto - Der Indianer

Roberto - Der Indianer

Unsere Unterkunft:

Hostel in San Pedro

Hostel in San Pedro

Unser Hostel in San Pedro

Unser Hostel in San Pedro

Im Zentrum des Ortes wimmelt es von Leben. Bunte Strassenfeste, Restaurants und Reiseagenturen.

Antikes Fahrzeug in San Pedro

Antikes Fahrzeug in San Pedro

Strassenfest in San Pedro

Strassenfest in San Pedro

Nicht weit von San Pedro findet sich das Valle de la Luna. Es handelt sich hierbei um ein Gebiet welches bei der Suche nach Landschaften entdeckt wurde, welche der Mondlandschaft aehneln sollen.

Hier einige Eindruecke dieser Region:

Valle de la Luna / Chile

Valle de la Luna / Chile

Mondlandschaft

Mondlandschaft

Tres Marias im Gegenlicht

Tres Marias im Gegenlicht

Atacama Wueste

Atacama Wueste

Schatten des Fotografen

Schatten des Fotografen

Duenenabstieg

Duenenabstieg

Footprints in South America

Footprints in South America

Heike im Gegenlicht

Heike im Gegenlicht

Duene im Valle de la Luna

Duene im Valle de la Luna

 

Sondermeldung:
Deutsche Kreditbank (DKB) stellt groesste Gefahr auf unserer Suedamerikareise dar

Written by Sylwester Kras on December 30th, 2009

Dieser Eintrag dient der Berichterstattung ueber die Praktiken der Deutschen Kreditbank AG.

Er soll zum einen als Warnung fuer alle Dauerreisenden dienen, die die weltweit gebuehrenfreie VISA-Karte der Deutschen Kreditbank in Anspruch nehmen und zum anderen Informationsspeicher fuer die deutsche Presse, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die deutschen Verbraucherzentrale sein.

Praktiken der Deutschen Kreditbank AG (DKB) zusammengefasst

  • DKB bestaetigt die Gueltigkeit unserer Kreditkarten und sperrt diese ohne Ankuendigung.
  • Meine Email wird nicht beantwortet.
  • Werden Emails beantwortet, so fehlt der persoenliche Absender. Alle Emails sind lediglich mit “Deutsche Kreditbank AG” unterzeichnet.
  • DKB transferiert eigenmaechtig Guthaben auf uns unzugaengliche Karten obwohl zuvor bestaetigt wurde, dass sich nichts an den bestehenden Karten aendert.
  • Trotz nicht gesperrtem Status im Onlinebankingportal, wird meine Karte von einem Geldautomaten eingezogen.
  • DKB haelt selbst gesetzte Frist von 72 Stunden nicht ein und reagiert auf keinen Mailverkehr
  • DKB widerspricht sich mit den Aussage ob ein Schreiben zwecks Freigabe der Kreditkarte via Email zugestellt werden darf oder nicht
  • Die Fachabteilung hat keinen Zugriff auf den Emailverkehr des Kunden
  • DKB schafft es nicht innerhalb von einer Woche ein Fax zu schicken. Dies obwohl Ansprechpartner, Telefonnummer und Faxnummer vorliegen
  • DKB garantiert die die alten Kreditkarten funktiontuechtig zu halten macht diese aber im Onlinebankingportal fuer Ueberweisungen nicht mehr auswaehlbar.
  • DKB informiert via Email wie Geld auf die alten Kreditkarten transferiert werden kann und sendet eine Woche spaeter eine Email, dass auf diesen Geld eingegangen ist obwohl neue Karten zur Verfuegung stehen.

Unserer Erfahrungen mit der Deutschen Kreditbank AG (DKB)

  • 17.Nov.2009 – Im Onlinebankingportal der DKB lesen wir zufaellig, dass unsere Kreditkarten (DBK Visa-Karte) in den kommenden Tagen durch neue ersetzt werden sollen. Diese sollen mit neuen PINs an unsere deutschen Anschriften geschickt werden. Da wir nicht an unsere Hauspost heran kommen, fordern wir ueber das Onlinebankingportal eine Bestaetigung an, dass unsere alten Karten bis zum Abschluss unserer Reise im Maerz 2010 ihre Gueltigkeit behalten und funktionsfaehig bleiben.
  • 18.Nov.2009 – DKB antwortet via Email, dass die alten Karten aktiv bleiben

    Zitat: Gern bestätigen wir Ihnen, dass Ihre alte DKB-VISA-Card noch bis Ende März 2010 aktiv bleibt.

  • 15.Dez.2009 – Wir befinden uns auf einem kritischen Abschnitt unserer Reise in Bolivien. Das Auswaertige Amt warnt vor Expressentfuehrungen, gewaltigen Erpressung von Kreditkarten PINs und falschen Polizisten. Die Verfuegbarkeit von Bargeld ist in solchen Regionen unabdingbar fuer die Sicherstellung der eigenen Sicherheit und Gesundheit.Heikes VISA-Karte der Deutschen Kreditbank (DKB) wird beim Versuch Geld abzuheben von einem Geldautomaten (ATM) eingezogen. Es erscheint ein Sicherheitshinweis, dem nach die Karte gesperrt ist. Nach Kontrolle im Onlinebankingportal der DKB sind unsere beiden Kreditkarten gesperrt. Wir kommen an kein Geld.

    Am selben Tag fordern wir von der DKB die sofortige Reaktivierung der Kreditkarten und die Kontaktaufnahme mit der bolivianischen Bank (unter Nennung der Bankadresse und ATM-Nummer) zwecks Freigabe der eingezogenen Karte.

  • 16.Dez.2009 – Heike sitzt die Angelegenheit bei der bolivianischen Bank aus – Diese gibt die Karte nach vier Stunden heraus. Die DKB hat sich mit der bolivianischen Bank nicht in Verbindung gesetzt.
  • 17.Dez.2009 – DKB fordert via Email die Fax-Nummer der entsprechenden Bank. Am 16. Dez schien nichts geschehen zu sein. Die Karten bleiben gesperrt.Ich erhalte die Meldung, dass meine Karte nach weiteren 24 Stunden wieder zur Verfuegung stehen wird.

    Zitat: Gern bestätigen wir Ihnen hiermit, dass Ihnen Ihre alte DKB-VISA-Card binnen 24 Stunden wieder in dem gewohnten Umfang zur Verfügung steht.

    Fuenfzig Minuten spaeter erhalte ich eine zweite Email, dernach die DKB weitere 72 Stunden fuer die Reaktivierung benoetigt.

    Zitat: Die alte Karte wird Ihnen innerhalb von 72 Stunden wieder zur Verfügung stehen.

  • 22.Dez.2009 – Die angekuendigten 72 Stunden sind vergangen. Heikes Karte funktioniert inzwischen wieder. Laut dem Onlinebankingportal ist meine alte Karte nicht mehr gesperrt. Das Guthaben auf ihr ist jedoch verschwunden und wurde auf die neue Karte transferiert. Eine Nachricht der DKB ueber den Verlauf der Angelgenehit beleibt trotz der abgelaufenen 72 Stunden aus.Ich setze die DKB in Kenntnis ueber den Verzug und fordere Erklaerung. Auf Eine Antwort auf diese Email warte ich bis heute.
  • 29.Dez.2009 – Wir befinden uns inzwischen in Peru. Mein Kartenstatus ist im Onlinebanking weiterhin als nicht gesperrt gekennzeichnet. Das Guthaben fehlt, eine Kreditlinie ist vermerkt, eine Meldung der DKB ist seit dem 17.Dez.2009 nicht eingetroffen. Ich brauche Geld und versuche Geld an einem peruanischen Automaten abzuheben. Die Karte wird eingezogen. Ich bekomme kein Geld. Anders als in Bolivien fordert die peruanische Bank ein Fax der DKB bevor sie mir die Karte wieder aushaendigt. Ich schreibe die DKB erneut an und fordere EVerrklaerung und entsprechendes Fax.
  • 30.Dez.2009 – Die DKB hat meine Email wie auch diesen Blogeintrag gelesen. Dies belegen protokollierte Zugriffe auf diese Seite von folgenden Adressen:

    145.253.242.85 mail01.dkb-service.de
    213.61.61.123 mail02.dkb-service.de

    Eine Antwort auf meine Email habe ich nicht erhalten. Ein Fax der DKB ist bei der peruanischen Bank ebenfalls nicht eingetroffen.

  • 30.Dez.2009 – Nachtrag – Nach Betriebsschluss erhalte ich eine Email der DKB, dernach ein Schreiben erstellt wurde, jedoch die durch mich genannte FAX-Nummer nicht funktioniert.
  • 2.Jan.2010 – Nach Ruecksprache mit der peruanischen Bank stellte sich heraus, dass die Fax-Nummer korrekt ist. Mit dem dortigen Sachbearbeiter habe ich vereinbart, dass die DKB auch eine Email zwecks Freigabe meiner Karte schreiben kann. Alle Informationen habe ich an die DKB weitergeleitet.

    Mein Kartenstatus im Onlinebankingportal der DKB bleibt unveraendert. Es fehlt das Guthaben auf der Karte. Getan hat sich seit dem 15. Dez offensichtlich nichts.

  • 4.Jan.2009 – Ein ganzer DKB-Arbeitstag verlief ohne Reaktion. Weder wurde ein Fax, noch eine Email an die peruanische Bank geschickt. Das Onlinebankingportal zeigt nach wie vor Chaos.

    Ich rief die DKB-Hotline in Berlin an. Die Sachbearbeiterin teilte mir mit, dass selbst fuer den kommenden Arbeitstag nicht sichergestellt werden kann, dass das bereits geschriebene Schreiben via Email an die peruanische Bank verschickt wird.

    Wir sitzen nun fast eine ganze Woche unfreiwillig in Cusco und warten auf das Handeln der DKB.

  • 5.Jan.2009 – Ich rief die DKB erneut an. Nach dem Durchstellen zur Fachabteilung schien es zuerst so, als haette ich endlich jemanden an der Leitung, der etwas bewegen kann. Ich ueberschaetzte jedoch offenbar die Organisation der DKB, die nach diesen Erfahrungen unmessbar uneffektiv zu sein scheint. Meine Absprechpartnerin wusste weder was mein Anliegen ist, noch hatte sie Zugriff auf den Emailverkehr. Die entsprechenden Emails muessten erst angefordert werden hiess es. Zudem bekam ich nun die Aussage, dass ein entsprechendes Schreiben an die peruanische Bank via Fax erfolgen muss und nicht via Email was mir noch am vorherigen Tag als moegelich versichert wurde. Die Dame versprach jedoch, sich um die Saceh sofort zu kuemmern und ein neues Schreiben aufzusetzen und zu faxen. Versorgt wurde sie hierzu von mit mit der Fax-Nummer der Bank, dem Ansprechpartner in Peru, seiner Telefonnummer und seiner Emailadresse.

    Nach Geschaeftsschluss in Deutschland suchte ich die Bank erneut auf. Weder Anruf, noch Email noch Fax kamen an. Probleme mit der Faxnummer solle es geben erklaerte die DKB.

    Trotz einer Woche Wartezeit war es der DKB nicht moeglich ein Fax zu schicken. Selbst wenn, waere die Karte nach wie vor gesperrt gewesen und die Guthaben falsch gebucht. Insgesamt war die Karte nun seit dem 15. Dezember grundlos gesperrt. Es wuerde der DKB leid tun hiess es. Entstehende Gebuehren durch Nutzung anderer Karten wuerde man erstatten.

    Wir verliesen die Stadt ohne Karte.

  • 10.Jan.2009 – Es geht weiter! Nachdem wir meine DKB-Visa-Karte zuruecklassen mussten, gibt es nun wieder Probleme mit Heikes Karte. Im Onlinebankingportal versuchte sie Geld auf ihre Kreditkarte zu ueberweisen. Dies scheitert daran, dass diese nicht ausgewaehlt werden kann. Ausgewaehlt werden kann nur die neue Karte. Wir schrieben eine erneute Aufforderung an die DKB das Chaos aufzuraeumen und warten nun erneut auf eine Reaktion.
  • 11.Jan.2009 – Eine Antwort der DKB ist nicht eingetroffen. Dafuer erhielten wir eine Massen-Email mit detaillierten Informationen wie ueber eine Ueberweisung Geld auf die alte Karte transferiert werden kann. Das Onlinebankingportal kann dafuer nicht mehr umkonfiguriert werden und unterstuetzt nur noch die neue Karte.
  • 19.Jan.2009 – Wir nutzen den Service der DKB Geld auf die alte Karte zu transferieren nun seit einer Woche. Es kommt eine weitere Email der DKB mit der Information, dass der DKB aufgefallen ist, dass Geld auf die alte Karte transferiert wird obwohl neue Karten vorhanden sind. Uns platzt nun endgueltig der Kragen. Wir schreiben eine weitere Email an die DKB mit der Frage ob denn in Berlin der eine wuesste was der andere tut.
  • 21.Jan.2009 – Die DKB antwortet, entschuldigt sich und bittet die Email vom 19. Jan zu ignorieren.
  • (wird fortgeschrieben)
Zuschriften via Email ueber aehnliche Erfahrungen mit der DKB nehme ich gerne entgegen. Auf unserer Reise haben wir bereits einen aehnlichen Fall geschildert bekommen.
 

Salta und Purmamarca / Argentinien

Written by Sylwester Kras on December 25th, 2009

Von San Juan fuhren wir nach Salta/Argentinien. Salta ist beruehmt für ihre alte spanische Kolonialarchitektur und sollte unsere letzte argentinische Stadt auf unserer Reise sein. Hier im Norden Argentiniens spuert man bereits den Einfluss aus Bolivien und Peru. Das erste mal auf unserer Reise begegneten uns Panfloetenklaenge und motivierten uns unsere Reise bald weiter nach Norden fortzusetzen um mehr der fuer uns exotischen Kultur zu erleben.

Salta - Kathedrale

Salta - Kathedrale

Salta - Kirche bei Nacht

Salta - Kirche bei Nacht

In Salta beginnt eine der beruehmtesten Zugstrecken der Welt. Der Tren a las Nubes (Zug in die Wolken) fuehrt ueber die Anden bis zur Bruecke La Polvorilla. Dieser verkehrt einmal die Woche jedoch nur waehrend der Trockenzeit. Wir erreichten Salta einen Tag bevor der letzte Zug fahren sollte – Die Regenzeit hat bereits begonnen.

Anstatt den Zug zu nehmen, fuhren wir zuerst mit dem Bus in die Provinz Cachi um dort den Nationalpark Los Cardones zu besuchen.

Weg nach Cachi

Weg nach Cachi

Der Park liegt auf einer Hoehe von 2700 bis 5000 Metern ueber Null und beherbergt Kakteen, die bis zu 12 Metern hoch sind. Die mittlere Wachstumsgeschwindigkeit ist hier mit etwa 4 cm / Jahr relativ hoch, so dass die aeltesten Kakteen in etwa 300 Jahre alt sind.

Heike und Kaktus

Heike und Kaktus

Blick auf den Nationalpark Los Cardones

Blick auf den Nationalpark Los Cardones

Am folgenden Tag unternahmen wir eine Bustour entlang der beruehmten Zugstrecke Tren a las Nubes. Der Weg fuehrte uns wiedermal ueber die legendaere Ruta Nacional 40. Es handelt sich hierbei um die wahrscheinlich beruehmteste Fernstrasse auf dem amerikanischen Kontinent. Der Zustand der Strecke ist auf einigen Abschnitten derartig katastrophal, dass der Einsatz eines Allradfahrzeuges stark zu empfehlen ist.

Der Weg fueherte uns an einer Salzwueste vorbei und schliessliche nach Purmamarca.

N-Ecke auf der Salzkruste

N-Ecke auf der Salzkruste

Purmamarca im Abendlicht

Purmamarca im Abendlicht

In Purmamarca verliessen wir die organisierte Tour um am kommenden Morgen den Cerro de los Siete Colores (Berg der sieben Farben) im besten Licht zu bestaunen und auf eigene Faust wieder nach Salta zu kommen. Das Farbenspiel des Cerro de los Siete Colores ist Ergebnis eines komplexen geologischen Prozesses, der seit den letzten 600 Mio. Jahren andauert.
Purmamarca selbst ist ein kleines indianisch gepraegte Dorf mit etwa 2.000 Einwohnern.

Cerro de los Siete Colores

Cerro de los Siete Colores

Cerro de los Siete Colores

Cerro de los Siete Colores

Am kommenden Tag fuhren wir zurueck nach Salta und bereiteten unseren Aufbruch in die Atacama-Wueste/Chile vor.

 

San Juan, Valle Fértil, Valle de la Luna / Argentinien

Written by Sylwester Kras on December 17th, 2009

Von Mendoza fuhren wir mit dem Bus nach San Juan um dort den bisher uebelsten Bus ueber eine Schlaglochpiste nach San Agustín del Valle Fértil zu nehmen. Die Verbindung wird durch eine einzelne Busgesellschaft angeboten – eine Vetternwirtschaft in dieser Region scheint dem nicht abzuhelfen.

Wir passierten den Ort Vallecito. Auch wenn wir hier nicht Halt gemacht haben, moechte ich diesem Ort dennoch einige Zeilen widmen. Nicht weit von hier ist das Grab der Difunta Correa (verstorbene Correa). Der Legende nach ist diese Frau in der Wueste verdurstet, waehrend der Saeugling, den die Mutter bei sich hatte durch die milchspendende Brust der verstorbenen Mutter ueberlebt hat. Der Ort ist heute Wallfahrtsort. Viel spektakulaerer finde ich, dass Difunta Correa im spanischen ebenfalls als “kaputter Keilriemen” uebersetzt werden kann und sich jeden Sonntag um die 200 Argentinier mit ihren Fahrzeugen an einem Huegel in diesem Ort versammeln und nach dem kollektiven Oeffnen der Motorhauben ein Priester die Motorbloecke segnet. Ein Beweis fuer die Liebe zum Auto und der glaube an die Kraft Gottes der Argentiner ist dies alle Male.

Von San Agustín del Valle Fértil wollten wir das Valle de la Luna im Naturreservat Ischigualasto besuchen. Die beiden Tourenanbieter im Dorf boten lediglich Touren am fruehen Morgen an um dem Touristen die angeblich erbarmungslose Hitze am Nachmittag zu ersparen.
Da ich nach meiner persoenichen Einstellung, nicht die zweit uebelste Busfahrt meines Lebens (nach einer Fahrt mit einem Daladala am indischen Ozean in Tansania zwecks Besuch eines Dorfes) auf mich nehme, um dann zweitklassiges Fotolicht zu sehen, boykottierten wir die Touren. Wir erhielten einen persoenliche Nachmittagstour um somit die Gelegenheit einen tiefen Sonnenstand in dem, im Jahre 2000 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklaerten, Tal zu erleben.

Das Fotoergebnis:

Valle de la Luna - Mondlandschaft

Valle de la Luna - Mondlandschaft

Valle de la Luna - Kugelformationen

Valle de la Luna - Kugelformationen

Valle de la Luna - Weg

Valle de la Luna - Weg

Valle de la Luna - bizarre Formationen

Valle de la Luna - bizarre Formationen

Valle de la Luna - Der Pilz

Valle de la Luna - Der Pilz

Valle de la Luna - Farbspiel

Valle de la Luna - Farbspiel

Valle de la Luna - rote Spitzen

Valle de la Luna - rote Spitzen

 

Nach der Rueckkehr aus dem Mondtal besuchten wir ein Dorfrestaurant und fuhren am naechsten Tag zurueck nach San Juan.

 

Aconcagua und Puente del Inca

Written by Sylwester Kras on December 14th, 2009

Von Mendoza unternahmen wir einen Ausflug an den Fuss des Aconcagua, den hoechsten Berg Amerikas und zugleich mit 6.962 m den hoechsten Berg ausserhalb Asiens.

Region um Mendoza

Region um Mendoza

Blick auf den Aconcagua (6.962 m)

Blick auf den Aconcagua (6.962 m)

Wiedereinmal liefen wir den ueberwaeltigenden Dimensionen der Anden auf. Bis zum auf ca. 4.000 Meter gelegenen Basislager “Plaza de Mulas” sind es auf der obigen Fotografie noch 45 km Marsch, was dem Alpen oder Tatra gewohnten Europaeer als schlichtweg viel zu weit vorkommt.

Nicht weit entfernt findet man auf 2720 m ueber dem Meeresspiegel die Puente del Inca.

Puente del Inca

Puente del Inca

Hierbei handelt es sich um einen durch Erosion natürlich entstandenen Bogen (links im Bild), der sich 47 Meter hoch und 28 Meter breit über den Río Mendoza spannt. (Personen auf der Bruecke veranschaulichen die Dimensionen.) An der Bruecke entspringt eine heisse schwefelhaltige Quelle, die das Gestein rotgelb faerbt und im spaeten Licht prachtvolle Fotografien erlaubt.

In dieser Region fand man Kindermumien. Die entsprechenden Knaben wurden nach rituellen Toetungen koeniglich bestattet, was Forscher zu der Annahme bewegt, dass in dieser Region auch die Kultur der Inka wirkte. Weswegen sie sich 2000 km von ihrem Zentrum in Cusco/Peru bewegten, gilt als ungewiss.

 

Mendoza – Das Weinzentrum Argentiniens

Written by Sylwester Kras on December 10th, 2009

Mendoza ist mit rund 1. Mio Einwohnern die viertgroesste Stadt Argentiniens. Ihren Ruhm verdankt sie zweifelsohne den ausgezeichneten Weinen, die dieser Region entstammen. Interessanterweise handelt es sich bei dieser Region, die auch Cuyo bezeichnet wird, um eine karge Trockensteppe. Rund um Mendoza wird diese durch kuenstliche Bewawesserungskaenele aus den vier kleinen umliegenden Fluessen bewaessert, was erst das Leben und den Weinbau ermoeglicht.

Die Stadt liegt in einem tektonisch unsicheren Gebiet. Im Maerz 1861 wurde die Stadt durch ein Erdbeben vollstaendig zerstoert. Bis auf die Kirche des Hl. Franziskus stuerzte jedes Gebaeude der Stadt ein. Ein drittel der Bevoelkerung wurde getoetet. Nach dem Wiederaufbau der Stadt erfolgte 1985 erneut ein starkes Beben, welches die nun geschickt geplante Stadt ohne ein grosse Katastrophe ueberstand. Verantwortlich hierfuer sind erdbebenfeste Gebaeude und breite Strassen. Die Stadt verfuegt darueber hinaus ueber fuenf grosse Plaetze, die neben Erholungsparks auch als Fluchtpunkte bei Erdbeben dienen.

Die neue Stadt birgt die hoechste Lebensqualitaet des Landes. Auch wenn durch das grosse Erdbeben die Stadt das architektonische Erbe aus der Kolonialzeit verloren hat, ist sie voll von lebhaften Strassencafés, Restaurants und 45.000 Platanen, was ein besonderes Flair aufkommen laesst. Die breiten gruenen Alleen sind ueberall mit Baeumen bewachsen, was ein wunderschones schummriges Licht auf den Plaetzen und Strassen entstehen laesst.

Mendoza - Cafés

Mendoza - Cafés

Plaza de España

Plaza de España

Es gibt nichts entspannenderes als in einem Restaurant ein Argentinisches Rindersteak mit einem Glas ausgezeichneten lokalen Rotwein zu probieren. In der Tat muss ich zugeben, das ich noch nirgendwo auf der Welt Rindfleisch von derartiger Qualitaet wie in Argentinien gegessen habe.

Ich nutzte die Zeit um Winzereien zu besuchen und die lokalen Weine zu kosten.
Angebaut und verarbeitet werden hauptsaechlich Malbec, Cabernet Sauvignon und Syrah. Interessant ist, dass viele der ca. 900 Winzereien um Mendoza sich auf Verschnittweine (Cuvée) spezialisiert haben, was in weiten Teilen Europas nur bei “Billig-Weinen” oder Markenweinen, die jedes Jahr den gleichen Geschmack haben sollen, angewandt wird. Als in Argentinien legendaere Winzerei gilt die Bodega Lopéz (die groesste Winzerei des Landes), die mit ihrer Reihe Monchenot zugleich einen Champagner, Rosé und Rotwein anbietet. Der 6 Jahre in grossen Faessern aus franzoesischer Eiche getrennt ausgebildete Malbec, Cabernet Sauvignon und Merlot wird nach der Reifung verschnitten. Fuer meinen in zwei Wochen (am 6. Dez) anstehenden Geburtstag entschied ich eine Flasche 97er Monchenot Rotwein einzupacken und ueber Chile bis nach Bolivien zu fahren.
In Boliven erwarten wir Karsten aus Frankfurt mit dem wir auf meinen 30sten anstossen und dann gemeinsam 3,5 Wochen durch Bolivien und Peru reisen wollen.

Mendoza - Weinkeller Familia Cecchin

Mendoza - Weinkeller Familia Cecchin

Sehr interessant war mein Besuch bei dem kleinen Winzerbetrieb Familia Cecchin. Hier wird oekologischer Wein hergestellt. Man verzichtet nicht nur auf Sprizmittel, sondern auch auf die Zugabe von Sulfiten in den fertigen Wein. Die meisten Arbeitsschritte werden manuell durchgefuehrt.

 

San Carlos de Bariloche – Die Argentinische Schweiz

Written by Sylwester Kras on December 8th, 2009

Von Puerto Natales/Chile nahmen wir einen Bus nach Punta Arenas/Chile. Kurz vor dem Erreichen der Stadt verliessen wir den Bus am Flughafen und kauften ein Ticket in Richtung Norden – Puerto Montt/Chile. Wenige Stunden spaeter sassen wir im Flieger. In Puerto Montt verbrachten wir eine Nacht in einer sehr einfachen Unterkunft und fuhren am naechsten Tag ueber die Grenze nach Bariloche/Argentinien.

Bariloche ist fuer das Cerro Catedral, das bedeutenste Wintersportzentrum des Landes wie auch durch die Schokoladenindustrie bekannt. Streift man durch die Strassen, so wimmelt es nur so von Geschaeften und Cafés, die Schokolade anbieten. Verantwortlich fuer das schweizerische Strassenbild ist der jahrelange Nationalparkpraesident Ezequiel Bustillo, der das nordpatagonische Seengengebiet in eine Argentinische Schweiz verwandelt sehen wollte.

Bariloche - Strassenbild

Bariloche - Strassenbild

Schokolade in Bariloche

Schokolade in Bariloche

In die Schlagzeilen kam Bariloche als der Ex-SS-Hauptsturmführer Erich Priebke im Jahre 1995 durch Interpol an Italien ausgeliefert wurde.

Mit unserer Fotodokumentation haette ab Bariloche Schluss sein koennen. Mein Standard-Zoom-Objektiv schien den Reisestrapazen nicht gewachsen zu sein und ist ausgefallen. Der Ausfall kuendigte sich bereits an den Iguazú Wasserfaellen an, wo der Bildstabilisator ausfiel, so dass ich ihn ausschalten musste. Spaeter in Buenos Aires haengte sich dann das erste mal die Blende. Um das Risiko eines Totalausfalls zu beseitigen versuchte ich erst Ersatz aus Deutschland zu besorgen. Nach Recherchen, Emails und Telefonaten mit Zollbehoerden, Logistikunternehmen und der deutschen Botschaft stand fest, dass diese Option aufgrund diverser Zollvorschriften fuer mich nicht in Frage kommt. Es stand fest, dass ich eine neue Optik in Argentinien kaufen muss. Ein gleichwertiges Objektiv war lediglich in Buenos Aires mit gewissem Vorlauf fuer einen ueberhoehten Preis von US$ 2.200 zu bekommen. So etwas wie Internethandel scheint nicht zu existieren. Nach weiteren Recherechen fand ich einen Haendler in Ushuaia, der zwar einfachere, jedoch durchaus meine Beduerfnisse befriedigende Optiken auf Lager hatte. Ich beschloss sobald wie Ushuaia erreichen diese Optik zu kaufen, die nun ab Bariloche zum Einsatz kommt.

Eine Kamera aus Schokolade wollte ich nicht

Eine Kamera aus Schokolade wollte ich nicht

Den Aufenthalt in Bariloche nutzten wir um wieder neue Kraft zu tanken und verbrachten die meiste Zeit im Hostel. Hier lernten wir einen jungen Amerikaner kennen, der in Mendoza mit vorgehaltenem Revolver seines Rucksacks entledigt wurde. Diesen Hinweis nutzten wir dazu weiterhin unsere eigenen Sicherheitsgebote zu befolgen und nahmen einen Bus zu unserem naechsten Ziel – Mendoza.

Landschaft zwischen Bariloche und Mendoza

Landschaft zwischen Bariloche und Mendoza

 

Torres del Paine – Chile

Written by Sylwester Kras on December 5th, 2009

Zusammen mit Cecile-Marie und Flo packten wir Zelt, dicke Schlafsaecke, Essen fuer vier Tage und machten uns ueber Puerto Natales in Chile auf den Weg in Richtung des Nationalparkes Torres del Paine. “Paine” heißt in der Sprache der Mapuche-Indianer “blau”, also “Die blauen Tuerme”. Fragt man nach unserer eigenen Uebersetzung, so wuerden wir den Namen, trotz aller fantastischer Ausblicke, die wir erlebten als “Die Tuerme des Schmerzes” uebersetzen.

Die Nationalpark-Flaeche umfasst 2420 km². Er ist durchzogen von bis zu 3000m hohen Bergen, Gletschern, Fjorden und großen Seen. Im Sommer liegen die mittleren Temperaturen bei 11 °C und im Winter bei ca. 1 °C – Nachts je nach Hoehe in der Regel unter Null.

Den schoensten Ausblick bietet der 8 stuendige Auf- und Abstieg auf den “Mirador Las Torres”.

Torres del Paine - Mirador Las Torres

Torres del Paine - Mirador Las Torres

Wir entschieden uns bei unserer Tour den bekannten W-Pfad zu gehen. Dieser fuehrt ueber einen Marsch von 29 Stunden ueber teilweise anspruchsvolle Anstiege an die Punkte “Mirador Las Torres”, “Mirador Francés” und “Mirador Grey”. Laesst man die Anstiege aus, so dass man lediglich die Basis des Buchstaben W ablaeuft, so erreicht man die Bootsanlegestelle nach nur 9 Stunden Marsch. Von hier aus gelangt man mit einem Boot zu einem Haltepunkt von Bussen, die einen wieder aus dem Park herausfahren.

Die Naechte verbrachten wir im Zelt. Abends machten wir Feuer wo es erlaubt war. Die ploetzlichen aus dem Nichts auftauchenden orkanartigen Windboehen, die bis zu zwei Minuten anhielten und ploetzlich die Richtung um 180° wechselten brachten sowohl das Zelt in Gefahr wie auch die Umwelt durch das umherfegende Feuer. Ich denke den Grund dieser plotzlichen Stuerme entdeckt zu haben, als ich zwei Tage spaeter ueber einem See eine Windhose entdeckte, die das umgebende Wasser in eine weisse Gicht versetzte.
Bei den Maerschen machte der Wind ebenfalls Schwierigkeiten. Erwischt einen eine Boehe waehrend man gerade vollbeladen einen grossen Schritt macht, so droht man wie eine Fahne die Richtung zu aendern. Wo der schritt hingeht ist dann oft nicht mehr genau zu sagen. Sind Baeume in der Naehe so sucht man hinter diesen Schutz oder haelt sich fest.

Torres del Paine - Nationalpark

Torres del Paine - Nationalpark

Torres del Paine Nationalpark - Heike bestaunt die Landschaft

Torres del Paine Nationalpark - Heike bestaunt die Landschaft

Torres del Paine - Lago Nordenskjöld

Torres del Paine - Lago Nordenskjöld

 

Insgesamt verbrachten wir im Park eine Zeit inmitten der Natur. Wir hatten reichlich Essen im Gepaeck. Flo schleppte tapfer drei Flaschen Wein fuer die kalten Abende. Waehrend der Wanderungen hatten wir durch die ueberall fliessenden Baecher und Fluesse immer frisches Wasser zu trinken.

Waehrend der Anstiege wechselte das Wetter in Schnee und Regen. Der Anstieg auf den “Mirador Las Torres” erwies sich als sehr tueckisch. In den letzten 45 Minuten bricht der Weg ab. Man ist umgeben von Geroell und Felsbrocken. Holzpfloecke weisen einem den Weg entlang des steilen Anstiegs waehrend es schneit und stuermt. Oben angekommen belohnt jedoch der Ausblick auf die drei Tuerme.

Mirador Las Torres erreicht

Aussichtspunkt Mirador Las Torres erreicht

Heike hat sich – mit Worten die wir an dieser Stelle nicht mehr wiederholen wollen :) – strikt geweigert die letzten 45 Minuten zum Aussichtspunkt zu Ende zu bringen und begann alleine den 3,5 stuendigen Abstieg. Ueberhaupt verbrachte sie die meiste Zeit damit – als selbsternannter Flachlandtourist – die Anstiege fuerchterlich zu verfluchen. Ich fuer meinen Teil, brach zwei Tage spaeter nach weiteren 13,5 Stunden Wanderung den Anstieg auf den “Mirador Francés” eine Stunde vor der Aussichtsplattform ab. Durch meine neuen Schuhe holte ich mir zwei Blasen, die fuerchterlich schmerzten und mir ein beschwerdefreies laufen erst nach weiteren sechs Tagen erlaubten.

Nach einer Nacht in einem gut befestigten Camp kehrten wir nach Puerto Natales zurueck und erholten uns von den Strapazen der “Tuerme des Schmerzes”.

Befestigtes Camp Lago Pehoé

Befestigtes Camp Lago Pehoé